Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung macht NS-Geschichte sichtbar

Event: Sonderausstellung "Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus" in Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus, Deutschland on 21. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

21. Oktober 2026

Veranstaltungsort

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Str. 140, 03050 Cottbus, Deutschland

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Ein Bahnhof wird zum eindringlichen Ort der Erinnerung

Die Sonderausstellung Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus richtet den Blick auf einen historischen Verkehrsknoten, an dem sich Ausgrenzung, Deportation, politische Haft und Zwangsarbeit während der NS-Zeit verdichteten. Im Menschenrechtszentrum Cottbus verbindet sich lokale Stadtgeschichte mit europäischer Verfolgungsgeschichte, historischer Forschung und kultureller Bildung.

Gleise, die von Verfolgung erzählen

Der Bahnhof Cottbus war während des Nationalsozialismus weit mehr als ein gewöhnlicher Verkehrsort. 1938 wurden jüdische Menschen mit polnischer Staatsbürgerschaft aus Cottbus und der Region nach Polen ausgewiesen. Während des Zweiten Weltkriegs transportierte die Deutsche Reichsbahn Jüdinnen und Juden in Ghettos im besetzten Polen und nach Theresienstadt. Auch Deportationszüge aus west- und süddeutschen Städten sowie aus den besetzten Ländern Westeuropas führten über die Cottbuser Gleise.

Vier Themenfelder der Ausstellung

Die kuratierte Präsentation verbindet vier miteinander verflochtene Themenfelder: die Ausgrenzung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung, die Deportationszüge über Cottbus, das Frauenzuchthaus als Ort politischer Haft sowie den Alltag der Zwangsarbeit in Betrieben und Institutionen der Stadt.

Die Ausstellung erweitert den Blick auf die Gefangenentransporte zum und vom Frauenzuchthaus Cottbus. Historische Dokumente, Namen, Ortsbezüge und digitale Vermittlungsangebote führen in die Lebensbedingungen der Menschen ein, die aus zahlreichen europäischen Ländern zur Zwangsarbeit nach Cottbus verschleppt wurden.

Medieninstallation und konzentrierte Ausstellungsatmosphäre

Eine Medieninstallation erinnert in Anlehnung an historische Abfahrtstafeln an die Schicksale Betroffener und nennt Namen sowie Deportationsorte. Schrift, Licht, Bewegung und die Nähe zur Gedenkstätte schaffen eine konzentrierte Ausstellungsatmosphäre. Im Mittelpunkt stehen keine dekorative Malerei oder klassische Skulptur, sondern Installation, Dokument und historischer Ort als Träger von Zeugenschaft.

Die ästhetische Erfahrung entsteht durch die Verbindung von Raumwirkung, dokumentarischer Klarheit und stiller Reflexion. Werkbetrachtung erhält hier eine erweiterte Bedeutung: Karten, Fotografien, biografische Spuren und Quellenmaterial machen abstrakte historische Abläufe konkret und eröffnen Zugänge für unterschiedliche Generationen.

Historische Bildung und Verantwortung

Das Projekt entstand im Rahmen des Programms MemoRails – Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert. Beteiligt sind das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V., exhibeo e. V., die AG Stolpersteine Cottbus und die Städtischen Sammlungen Cottbus. Die Ausstellung will nicht nur an die Opfer erinnern, sondern auch zur Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen Gefährdungen von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten beitragen.

Fazit: Erinnerung unmittelbar erleben

Besucherinnen und Besucher erwartet ein sachlich präzises und emotional konzentriertes Kunsterlebnis über Deportationen, Gefangenentransporte und Zwangsarbeit in Cottbus. Wer Stadtgeschichte, Erinnerungskultur und politische Bildung miteinander verbinden möchte, erlebt hier eine nachhaltige ästhetische Erfahrung. Ein Besuch im Menschenrechtszentrum Cottbus macht historische Verantwortung unmittelbar erfahrbar und bereichert den Blick auf die Stadt.

Offizielle Kanäle von Menschenrechtszentrum Cottbus:

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Quellen:

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