Ungebremste Selbstbewegungen im BLMK Cottbus: Fotografie und Freiheit in der DDR


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Ungebremste Selbstbewegungen im BLMK Cottbus: Fotografie als künstlerische Freiheit in der späten DDR
Die Ausstellung Ungebremste Selbstbewegungen. Kunst mit Fotografie in der DDR rückt eine der spannendsten, experimentellsten Bildsprachen der ostdeutschen Kunst in den Fokus. Im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst am Dieselkraftwerk Cottbus entfaltet sich ein Kunsterlebnis, das Fotografie nicht als bloßes Dokument, sondern als Raum für Selbstbehauptung, Grenzüberschreitung und ästhetische Erfahrung begreift.
Fotografie zwischen Subversion und Selbstentwurf
Im Zentrum stehen Künstlerinnen und Künstler, die in den 1980er Jahren bewusst außerhalb etablierter fotografischer Konventionen arbeiteten. Ihre Arbeiten verbinden Originalgrafik, Fotografie, serielle Ordnungen und experimentelle Bildstrategien. Gerade diese Offenheit machte die Werke so wirksam: Sie entzogen sich eindeutigen Kategorien und formulierten eine Kunstpraxis, die auf individuelle Freiheit und formale Eigenständigkeit setzte.
Die späte DDR als Labor des Bildes
Die Ausstellung beleuchtet jene künstlerischen Bewegungen, in denen Fotografie zur Sprache des Eigensinns wurde. In der engen politischen und kulturellen Situation der DDR entstanden Bilder, die nicht nur beobachteten, sondern befragten, verdichteten und widersprachen. Das Publikum begegnet einer Kunst, die mit Performativität, Konzept, Montage und dokumentarischer Präzision arbeitet und dabei die Grenzen zwischen Werk, Haltung und Lebensform immer wieder neu definiert.
Kuratorischer Blick und kunsthistorische Einordnung
Das Ausstellungskonzept stammt von Christoph Tannert und verortet die präsentierten Positionen in einem kunsthistorisch hoch relevanten Feld: der alternativen Fotografie, der Autorenfotografie und den subkulturellen Bildpraktiken der späten DDR. Namen wie Claus Bach, Tina Bara, Kurt Buchwald, Cornelia Schleime oder Gabriele Stötzer stehen für künstlerische Selbstermächtigung und für eine Bildkultur, die bis heute nachwirkt. Die Ausstellung öffnet damit auch den Blick auf die Rolle von Kunst als Erfahrungsraum gesellschaftlicher Spannung.
Das Dieselkraftwerk als Ort konzentrierter Wahrnehmung
Das BLMK am Dieselkraftwerk bietet mit seiner klaren Museumsarchitektur, den großzügigen Ausstellungsräumen und der engen Verbindung von Sammlung, Vermittlung und Forschung einen idealen Rahmen für diese Präsentation. Die Raumwirkung unterstützt eine stille, konzentrierte Werkbetrachtung: Licht, Materialität und Bildfolge treten in einen Dialog, der die fotografischen Positionen besonders intensiv erfahrbar macht.
Fazit: Eine Ausstellung, die ostdeutsche Kunst neu lesen lässt
Ungebremste Selbstbewegungen lädt dazu ein, Fotografie als Medium der Freiheit neu zu entdecken. Wer die vielschichtigen Bildwelten der späten DDR verstehen, ästhetisch erleben und kunsthistorisch einordnen möchte, findet hier eine Ausstellung von großer Relevanz. Ein Besuch in Cottbus lohnt sich für alle, die Kunst als Denkraum, Zeitzeugnis und visuelle Entdeckung suchen.
Offizielle Kanäle von Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst:
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- Website: https://www.blmk.de/programm/ungebremste-selbstbewegungen/









