Erziehung durch Arbeit in Cottbus: DDR-Unrecht und Menschenwürde erleben

Event: Wanderausstellung „Erziehung durch Arbeit. „Asoziale“ als Staatsfeinde in der DDR“ in Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. – Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus on 27. September 2026

Datum und Uhrzeit

27. September 2026

Veranstaltungsort

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Str. 140, 03050 Cottbus, Deutschland

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Erziehung durch Arbeit: Ein bedrückendes Kapitel der DDR-Geschichte in Cottbus

Die Wanderausstellung „Erziehung durch Arbeit. „Asoziale“ als Staatsfeinde in der DDR“ widmet sich einem lange verdrängten Kapitel der deutschen Zeitgeschichte. Im Menschenrechtszentrum Cottbus, der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, wird sichtbar, wie Menschen in der DDR systematisch ausgegrenzt, diszipliniert und kriminalisiert wurden.

Wenn Abweichung zum Staatsdelikt wurde

Im Zentrum steht der sogenannte Asozialenparagraf § 249 des DDR-Strafgesetzbuches. Menschen, die dem Idealbild des sozialistischen Menschen nicht entsprachen, gerieten unter staatlichen Druck. Als „asozial“ galten unter anderem Personen, denen vermeintliche Arbeitsscheu, ein abweichender Lebensstil oder eine nonkonforme politische Haltung zugeschrieben wurde.

Die Ausstellung zeigt, wie Verwaltung, Medien, Jugendhilfe, Polizei und Justiz ineinandergreifen konnten. Erziehung durch Arbeit bedeutete dabei nicht Fürsorge, sondern häufig Zwang, Stigmatisierung, Einweisung in Heime oder Jugendwerkhöfe und anschließende Haft.

Dokumente, Fotografien und persönliche Schicksale

Fotos, historische Dokumente, filmische Zeitzeugen- und Experteninterviews sowie konkrete Fallbeispiele geben den Betroffenen eine Stimme. Die sorgfältige Kuratierung verbindet politische Bildung mit biografischer Erinnerung und macht staatliche Repression anhand individueller Lebenswege nachvollziehbar.

Die Ausstellungsatmosphäre gewinnt durch den historischen Ort zusätzlich an Eindringlichkeit. In der ehemaligen Haftanstalt wird die Werkbetrachtung historischer Zeugnisse zu einer ästhetischen Erfahrung und zu einer unmittelbaren Auseinandersetzung mit Menschenwürde, Ausgrenzung und Rechtsstaatlichkeit.

Ein Ort, an dem Erinnerung lebendig bleibt

Die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus ist selbst ein zentraler Erinnerungsort für politische Verfolgung und Haft in der DDR. Die Verbindung aus Ausstellung, authentischem Ort und kultureller Bildung eröffnet Besucherinnen und Besuchern neue Perspektiven auf die Mechanismen von Kontrolle und sozialer Disziplinierung.

Die Präsentation wurde im Umfeld der Aufarbeitung des SED-Unrechts durch mehrere politische Bildungs- und Erinnerungsinstitutionen unterstützt. Zu den beteiligten Einrichtungen zählen unter anderem die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur und die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft.

Ein Kunsterlebnis der historischen Aufmerksamkeit

Obwohl die Ausstellung keine klassische Kunstausstellung im engeren Sinn ist, entwickelt sie durch ihre visuelle Dramaturgie, die Materialität der Quellen und die räumliche Inszenierung ein eindringliches Kunsterlebnis. Die ästhetische Erfahrung entsteht hier aus der Begegnung mit Fotografien, Dokumenten, Stimmen und Orten, die Geschichte nicht abstrakt erklären, sondern erfahrbar machen.

Wer sich für DDR-Geschichte, Erinnerungskultur, politische Verfolgung und die gesellschaftlichen Folgen von Stigmatisierung interessiert, erhält in Cottbus einen fundierten Zugang zu einem wichtigen Thema. Die Ausstellung regt zur Werkbetrachtung historischer Zeugnisse, zur kritischen Reflexion und zum Gespräch über Freiheit und Menschenrechte an.

Fazit: Geschichte vor Ort verstehen

Die Wanderausstellung „Erziehung durch Arbeit“ macht sichtbar, wie schnell gesellschaftliche Zuschreibungen in staatliche Repression übergehen können. Besucherinnen und Besucher erwartet eine eindringliche, bildungsorientierte Ausstellung mit starken biografischen Perspektiven und hoher historischer Relevanz. Ein Besuch in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus bereichert die kulturelle Bildung und schafft eine nachhaltige ästhetische Erfahrung.

Offizielle Kanäle von Menschenrechtszentrum Cottbus:

Quellen:

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