Erziehung durch Arbeit im Menschenrechtszentrum Cottbus: DDR-Unrecht sichtbar machen

Event: Wanderausstellung Erziehung durch Arbeit. Asoziale als Staatsfeinde in der DDR in Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. – Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus on 3. November 2026

Datum und Uhrzeit

3. November 2026 10:00 Uhr

Veranstaltungsort

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Str. 140, 03050 Cottbus, Deutschland

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Wenn ein Etikett über ein Leben entschied

Die Wanderausstellung Erziehung durch Arbeit. Asoziale als Staatsfeinde in der DDR macht im Menschenrechtszentrum Cottbus ein lange verdrängtes Kapitel der DDR-Geschichte sichtbar. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die nach Paragraph 249 des DDR-Strafgesetzbuches als angeblich asozial stigmatisiert, ausgegrenzt, diszipliniert und kriminalisiert wurden.

Vierzehn Biografien gegen das Vergessen

Anhand von vierzehn individuellen Lebensgeschichten zeigt die Ausstellung, wie unterschiedlich die Wege in die staatliche Verfolgung verliefen. Betroffen waren Menschen ohne geregelte Arbeit, Personen mit unangepasstem Lebensstil, Prostituierte, Punks, Ausreiseantragstellerinnen und Ausreiseantragsteller sowie Menschen mit politisch unerwünschten Haltungen. Fotografien, Dokumente und Filmaufnahmen geben den Betroffenen ihre Namen und ihre Lebensgeschichten zurück.

Der sogenannte Asozialenparagraf 249

Die Ausstellung untersucht die politisch und ideologisch motivierte Anwendung des Paragraphen 249. Eine weit gefasste Definition des sogenannten asozialen Verhaltens ermöglichte es, vermeintliche Arbeitsscheu, abweichende Lebensweisen oder politische Unangepasstheit strafrechtlich zu verfolgen. Zwischen 1968 und 1989 wurden Schätzungen zufolge rund 130.000 Menschen nach diesem Paragraphen verurteilt.

Ausstellungsatmosphäre und historische Werkbetrachtung

Die Präsentation verbindet sachliche Dokumentation mit eindringlichen persönlichen Zeugnissen. Texte, Bilder und Quellenmaterial führen durch die Mechanismen staatlicher Normierung und machen sichtbar, wie Sprache, Behörden und Justiz über gesellschaftliche Zugehörigkeit entschieden. Die ästhetische Erfahrung dieser historischen Ausstellung entsteht nicht durch dekorative Inszenierung, sondern durch die konzentrierte Begegnung mit Dokumenten, Gesichtern und Biografien.

Kulturelle Bildung im Menschenrechtszentrum

Als dritte Station der Wanderausstellung verbindet das Menschenrechtszentrum Cottbus die historische Aufarbeitung mit politischer Bildung. Die Kuratierung von exhibeo e.V. in Kooperation mit der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. und weiteren Aufarbeitungsinstitutionen eröffnet einen differenzierten Zugang zu DDR-Unrecht, Erinnerungskultur und Menschenrechten. Das frühere Zuchthaus Cottbus bildet dabei einen besonders eindringlichen historischen Resonanzraum.

Fazit: Geschichte unmittelbar erfahren

Besucherinnen und Besucher erwartet ein ernstes, lehrreiches und nachhaltig wirkendes Kunsterlebnis zwischen Dokumentation, Erinnerung und historischer Analyse. Die Ausstellung lädt dazu ein, Mechanismen von Ausgrenzung zu erkennen und die Würde der Betroffenen neu in den Mittelpunkt zu stellen. Ein Besuch im Menschenrechtszentrum Cottbus bereichert die ästhetische Erfahrung ebenso wie die kulturelle und politische Bildung.

Offizielle Kanäle von exhibeo e.V. und dem Menschenrechtszentrum Cottbus:

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