„Erziehung durch Arbeit“ in Cottbus: DDR-Unrecht und vergessene Lebensgeschichten sichtbar gemacht

Event: Wanderausstellung „Erziehung durch Arbeit. „Asoziale“ als Staatsfeinde in der DDR“ in Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. – Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus on 30. September 2026

Datum und Uhrzeit

30. September 2026

Veranstaltungsort

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Str. 140, 03050 Cottbus, Deutschland

Tickets

8,00 €
Tickets buchen

Über diese Veranstaltung

Ausstellungen & MuseenLiteratur & Lesungen

Stimmung

Sonstige

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Wenn ein Etikett über ein Leben entschied: DDR-Unrecht in Cottbus

Die Wanderausstellung „Erziehung durch Arbeit. „Asoziale“ als Staatsfeinde in der DDR“ macht ein lange verdrängtes Kapitel der DDR-Geschichte sichtbar. Im Menschenrechtszentrum Cottbus, an einem historisch aufgeladenen Ort des Erinnerns, begegnen Besucherinnen und Besucher Fotografien, Dokumenten sowie filmischen Zeitzeugen- und Experteninterviews über Ausgrenzung, Disziplinierung und Kriminalisierung.

Vierzehn Lebenswege zwischen Stigmatisierung und Haft

Im Mittelpunkt stehen vierzehn Porträts von Menschen, die nach Paragraf 249 des DDR-Strafgesetzbuches als sogenannte „Asoziale“ verfolgt werden konnten. Die Ausstellung zeigt, wie vermeintliche Arbeitsscheu, ein unangepasster Lebensstil, Prostitution, eine politische Haltung oder ein Ausreiseantrag zur behördlichen Stigmatisierung führten. Aus sozialer Abwertung wurde staatliche Repression, aus einem Vorwurf konnten Verurteilung und Haft entstehen.

Dokumente, Fotografien und bewegte Erinnerung

Die Kuratierung verbindet historische Dokumente und Fotografien mit filmischen Zeitzeugen- und Experteninterviews sowie historischem Filmmaterial. Dadurch entsteht eine eindringliche Werkbetrachtung, die nicht bei abstrakten Zahlen stehen bleibt, sondern individuelle Lebenswege und die Folgen staatlicher Zuschreibungen erfahrbar macht. Die Ausstellungsatmosphäre steht dabei im Zeichen der Erinnerungskultur und politischen Bildung.

Historische Einordnung des „Asozialenparagrafen“

Die Ausstellung verfolgt die Entwicklung der Verfolgung bis zu ihren Vorläufern im Kaiserreich, im Nationalsozialismus und in der frühen DDR. Auch internationale Bezugspunkte in der ČSSR und der Sowjetunion werden einbezogen. Themen wie Propaganda und Medien, Wege in die Haft, Haftbedingungen und das Leben nach der Entlassung eröffnen eine differenzierte Perspektive auf soziale Kontrolle und ideologische Normierung.

Ein authentischer Ort für kulturelle Bildung

Die Präsentation in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus verstärkt die ästhetische und historische Erfahrung. Räume, Materialien und die Präsenz des authentischen Haftortes verbinden sich mit der Ausstellung zu einem konzentrierten Kunsterlebnis der dokumentarischen Erinnerung. Die Wanderausstellung wurde von exhibeo e. V. realisiert, in Kooperation mit der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft und mit Unterstützung der Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur des Deutschen Bundestages.

Fazit: Erinnerung braucht den direkten Blick

„Erziehung durch Arbeit“ erwartet Besucherinnen und Besucher mit einer sachlich präzisen, emotional eindringlichen Ausstellung über DDR-Unrecht, Menschenwürde und die Folgen staatlicher Ausgrenzung. Die Verbindung aus historischen Quellen, individuellen Biografien und authentischem Erinnerungsort macht den Besuch zu einer nachhaltigen kulturellen Erfahrung. Wer deutsche Zeitgeschichte, Gedenkkultur und politische Bildung vertiefen möchte, sollte diese Ausstellung in Cottbus unbedingt live erleben.

Offizielle Kanäle von exhibeo e. V.:

  • Instagram: kein offizielles Profil gefunden
  • Facebook: kein offizielles Profil gefunden
  • YouTube: kein offizielles Profil gefunden
  • Website: kein offizielles Profil gefunden

Quellen:

Loading map...

Häufig gestellte Fragen