Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung – NS-Geschichte eindringlich erleben


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Cottbus als Bahnhof der Erinnerung: NS-Geschichte sichtbar machen
Die Sonderausstellung „Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ führt in ein vielfach verdrängtes Kapitel der Cottbuser Stadtgeschichte. Im Menschenrechtszentrum Cottbus wird der Bahnhof als historischer Schauplatz von Ausweisung, Deportation, Gefangenentransporten und Zwangsarbeit lesbar.
Ein Verkehrsknoten im System der Verfolgung
Während der NS-Zeit war der Bahnhof Cottbus weit mehr als ein gewöhnlicher Verkehrsort. 1938 wurden jüdische Menschen mit polnischer Staatsbürgerschaft aus Cottbus und der Region nach Polen ausgewiesen. Während des Zweiten Weltkriegs führten Deportationszüge über die Stadt in Ghettos im besetzten Polen und nach Theresienstadt. Auch Transporte aus west- und süddeutschen Städten sowie aus den besetzten Ländern Westeuropas passierten die Cottbuser Gleise.
Vier Erzählstränge der Ausstellung
Die Kuratierung verbindet vier thematische Perspektiven: die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung, Cottbus als Transitort von Deportationszügen, das Frauenzuchthaus als Ort politischer Haft sowie die Zwangsarbeit in Industriebetrieben, bei der Reichsbahn, in kommunalen Einrichtungen und auf Bauernhöfen. So entsteht ein dichtes historisches Panorama, das lokale Ereignisse in die europäische Geschichte von Entrechtung und Gewalt einordnet.
Namen, Wege und Schicksale in einer Medieninstallation
Ein zentrales Element bildet eine Medieninstallation in Anlehnung an historische Abfahrtstafeln. Namen, frühere Adressen, Zielbahnhöfe und Deportationsrouten werden sichtbar. Schrift, Licht, Raumwirkung und dokumentarisches Material schaffen eine konzentrierte Ausstellungsatmosphäre. Die Präsentation setzt nicht auf dekorative Malerei oder klassische Skulptur, sondern auf die Installation als Träger historischer Zeugenschaft.
Erinnerungskultur und kulturelle Bildung
Das Projekt entstand im Rahmen von MemoRails – Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert und wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft sowie dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Das Menschenrechtszentrum Cottbus realisierte die Ausstellung in Kooperation mit exhibeo e. V., der AG Stolpersteine Cottbus und den Städtischen Sammlungen Cottbus. Die Ausstellung verbindet historische Forschung, museumspädagogische Vermittlung und politische Bildung mit der Frage nach der Bedeutung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten in der Gegenwart.
Fazit: Ein eindringliches Kunsterlebnis der Erinnerung
Besucherinnen und Besucher erwartet eine sachlich präzise, emotional eindringliche und bildungsorientierte Ausstellung. Die ästhetische Erfahrung entsteht aus der Verbindung von Dokumenten, Namen, medialen Bildern und dem historischen Resonanzraum der Gedenkstätte. Wer Erinnerungskultur nicht nur lesen, sondern in einer konzentrierten Werkbetrachtung unmittelbar erfahren möchte, sollte diese Ausstellung unbedingt live besuchen.
Offizielle Kanäle von Menschenrechtszentrum Cottbus:
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- Website: https://www.menschenrechtszentrum-cottbus.de/










