Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung – NS-Geschichte eindringlich erleben

Event: Sonderausstellung Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. – Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus on 12. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

12. Oktober 2026

Veranstaltungsort

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Str. 140, 03050 Cottbus, Deutschland

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Ein Bahnhof wird zum Erinnerungsraum

Die Sonderausstellung Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus macht sichtbar, wie eng der Cottbuser Bahnhof während der NS-Zeit mit Ausweisung, Deportation, politischer Haft und Zwangsarbeit verbunden war. Im Menschenrechtszentrum Cottbus begegnen Besucherinnen und Besucher einer historisch fundierten Präsentation, die lokale Stadtgeschichte mit europäischer Erinnerungskultur und politischer Bildung verknüpft.

Historische Spuren zwischen Gleisen und Gedenkort

Der Bahnhof Cottbus war während des Nationalsozialismus weit mehr als ein Verkehrsknoten. 1938 wurden jüdische Menschen mit polnischer Staatsbürgerschaft aus Cottbus und der Region ausgewiesen. Während des Zweiten Weltkriegs führten Deportationszüge über die Stadt in Ghettos im besetzten Polen und nach Theresienstadt. Auch Transporte aus west- und süddeutschen Städten sowie aus besetzten Ländern Westeuropas passierten die Cottbuser Gleise.

Die Ausstellung erweitert diesen Blick um die Gefangenentransporte zum und vom Frauenzuchthaus Cottbus. Zugleich dokumentiert sie, wie Tausende Menschen in Industriebetrieben, bei der Reichsbahn, in kommunalen Einrichtungen und auf Bauernhöfen Zwangsarbeit leisten mussten. So entsteht ein historischer Zusammenhang zwischen Infrastruktur, staatlicher Verfolgung und wirtschaftlicher Ausbeutung.

Dokumente, Biografien und eine eindringliche Medieninstallation

Historische Dokumente, Fotografien, Karten und biografische Informationen geben den Betroffenen Namen, Herkunft und individuelle Lebensgeschichten zurück. Eine Medieninstallation in Anlehnung an historische Abfahrtstafeln nennt Deportationsorte und erinnert an konkrete Schicksale. Schrift, Licht, Bewegung und die Nähe zur Gedenkstätte schaffen eine konzentrierte Ausstellungsatmosphäre.

Im Mittelpunkt steht keine dekorative Malerei oder klassische Skulptur, sondern die Installation als Träger historischer Zeugenschaft. Die ästhetische Erfahrung entsteht durch die Verbindung von dokumentarischer Klarheit, Raumwirkung und stiller Reflexion. Der historische Ort selbst wird zur lesbaren Spur einer Epoche, in der bürokratische Abläufe, technische Infrastruktur und staatliche Gewalt ineinandergreifen.

Vier Themenfelder einer präzisen Kuratierung

Die Ausstellung folgt vier miteinander verbundenen Erzählsträngen: der Ausgrenzung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung, den Deportationszügen über Cottbus, dem Frauenzuchthaus als Ort politischer Haft sowie dem Alltag der Zwangsarbeit in Betrieben und Institutionen der Stadt. Diese Kuratierung verbindet historische Forschung, Gedenkarbeit und kulturelle Bildung.

Das Projekt entstand im Rahmen des Programms MemoRails – Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und wird durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Projektträger ist das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. in Kooperation mit exhibeo e. V., der AG Stolpersteine Cottbus und den Städtischen Sammlungen Cottbus.

Erinnerung mit Gegenwartsbezug

Die Präsentation richtet den Blick nicht nur auf historische Ereignisse, sondern auch auf die Bedeutung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten in der Gegenwart. Das Kunsterlebnis dieser Ausstellung entsteht aus der bewussten Werkbetrachtung eines historischen Ortes, aus der Begegnung mit konkreten Lebenswegen und aus der Frage, wie Erinnerung im öffentlichen Raum lebendig bleibt.

Fazit: Geschichte wird vor Ort erfahrbar

Besucherinnen und Besucher erwartet eine sachlich präzise und emotional konzentrierte Ausstellung über Deportationen, Gefangenentransporte und Zwangsarbeit in Cottbus. Die Verbindung aus dokumentarischer Präsentation, Medieninstallation und historischem Ort eröffnet eine intensive ästhetische Erfahrung und lädt zur Auseinandersetzung mit Verantwortung, Menschenrechten und Erinnerungskultur ein. Ein Besuch im Menschenrechtszentrum Cottbus bereichert die kulturelle Bildung und macht Geschichte unmittelbar erfahrbar.

Offizielle Kanäle von Menschenrechtszentrum Cottbus:

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Quellen:

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