Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung macht NS-Geschichte sichtbar

Event: Sonderausstellung "Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus" in Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. – Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus on 11. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

11. Oktober 2026

Veranstaltungsort

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Str. 140, 03050 Cottbus, Deutschland

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Ein Bahnhof wird zum Erinnerungsraum

Die Sonderausstellung Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus richtet den Blick auf einen Ort, an dem sich lokale Geschichte und europäische Verfolgungsgeschichte schmerzhaft verdichten. Der Cottbuser Bahnhof war während der NS-Zeit weit mehr als ein Verkehrsknoten: Über seine Gleise führten Ausweisungen, Deportationen, Gefangenentransporte und Transporte von Menschen, die zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden.

Historische Spuren zwischen Gleisen und Erinnerung

Die Ausstellung macht sichtbar, wie jüdische Menschen mit polnischer Staatsbürgerschaft 1938 aus Cottbus und der Region ausgewiesen wurden. Während des Zweiten Weltkriegs transportierte die Reichsbahn Jüdinnen und Juden in Ghettos im besetzten Polen und nach Theresienstadt. Über Cottbus verliefen zudem Deportationszüge aus west- und süddeutschen Städten sowie aus den besetzten Ländern Westeuropas.

Vier Erzählstränge der NS-Geschichte

Die kuratierte Präsentation verbindet historische Forschung, regionale Stadtgeschichte und kulturelle Bildung. Im Mittelpunkt stehen die Ausgrenzung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung, Cottbus als Durchgangsstation von Deportationszügen, das Frauenzuchthaus als Ort politischer Haft sowie die Zwangsarbeit in Industriebetrieben, bei der Reichsbahn, in kommunalen Einrichtungen und auf Bauernhöfen.

Namen, Wege und individuelle Schicksale

Eine Medieninstallation in Anlehnung an historische Abfahrtstafeln vergegenwärtigt Namen, Deportationsorte, frühere Adressen und Transportrouten. Die ästhetische Erfahrung dieser Installation entsteht nicht durch dekorative Kunst, sondern durch die konzentrierte Verbindung von Dokument, Schrift, Raumwirkung und historischer Verantwortung. Aus einem alltäglichen Verkehrsort wird ein eindringlicher Erinnerungsraum.

Erinnerung als demokratische Aufgabe

Das Projekt entstand im Rahmen des Programms MemoRails – Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert und wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft sowie dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Beteiligt sind unter anderem das Menschenrechtszentrum Cottbus, exhibeo, die AG Stolpersteine Cottbus und die Städtischen Sammlungen Cottbus. Begleitende Bildungsangebote und Peer-to-Peer-Führungen richten sich auch an Schülerinnen und Schüler.

Fazit: Ein Kunsterlebnis der Erinnerung

Besucherinnen und Besucher erwartet eine historisch fundierte Ausstellung, die Verfolgung, Deportation und Zwangsarbeit nicht abstrakt behandelt, sondern mit konkreten Orten, Namen und Lebenswegen verbindet. Die Ausstellung eröffnet eine intensive Werkbetrachtung im übertragenen Sinn: Sie fordert dazu auf, den öffentlichen Raum neu zu lesen und die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechten in der Gegenwart zu reflektieren. Ein Besuch bereichert die kulturelle Bildung und schafft eine nachhaltige ästhetische Erfahrung.

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Quellen:

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