Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung macht NS-Geschichte sichtbar

Event: Sonderausstellung Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus on 6. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

6. Oktober 2026

Veranstaltungsort

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus
Bautzener Str. 140, 03050 Cottbus, Deutschland

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Ein Bahnhof wird zum Erinnerungsraum

Die Sonderausstellung Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus macht sichtbar, wie eng der Cottbuser Bahnhof während der NS-Zeit mit Ausgrenzung, Deportation, politischer Haft und Zwangsarbeit verbunden war. Im Menschenrechtszentrum Cottbus wird lokale Geschichte mit europäischer Verfolgungsgeschichte und zeitgemäßer kultureller Bildung verbunden.

Historische Spuren zwischen Gleisen und Erinnerung

Der Bahnhof Cottbus war während des Nationalsozialismus weit mehr als ein Verkehrsknoten. 1938 wurden jüdische Menschen mit polnischer Staatsbürgerschaft aus Cottbus und der Region nach Polen ausgewiesen. Während des Zweiten Weltkriegs führten Deportationszüge über Cottbus in Ghettos im besetzten Polen und nach Theresienstadt. Über die Cottbuser Gleise verliefen außerdem Transporte aus west- und süddeutschen Städten sowie aus den besetzten Ländern Westeuropas.

Vier Erzählstränge einer eindringlichen Ausstellung

Die Kuratierung folgt vier miteinander verbundenen Themenfeldern: der Ausgrenzung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung, den Deportationszügen über Cottbus, dem Frauenzuchthaus als Ort politischer Haft sowie dem Alltag der Zwangsarbeit in Betrieben und Institutionen der Stadt. Auch die Rolle der Deutschen Reichsbahn und die Reaktionen der Cottbuser Bevölkerung werden in den historischen Zusammenhang eingeordnet.

Namen, Routen und individuelle Schicksale

Eine digitale Medieninstallation in Anlehnung an historische Abfahrtstafeln macht Deportationsrouten, Zielbahnhöfe, frühere Adressen und Namen sichtbar. Dokumente, biografische Spuren und die räumliche Wirkung des Ausstellungsortes führen von abstrakten Zahlen zu individuellen Lebensgeschichten. Die Ausstellungsatmosphäre bleibt bewusst konzentriert: Der Bahnhof erscheint als Zeugnis einer Epoche, in der Infrastruktur zum Werkzeug staatlich organisierter Gewalt wurde.

Kulturelle Bildung mit Gegenwartsbezug

Das Projekt entstand im Rahmen von MemoRails – Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert und wird vom Menschenrechtszentrum Cottbus gemeinsam mit Partnern aus Forschung, Gedenkarbeit und Stadtgeschichte getragen. Zu den Kooperationspartnern gehören unter anderem die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, exhibeo e. V., die AG Stolpersteine Cottbus und die Städtischen Sammlungen Cottbus. Schülerinnen und Schüler entwickeln Peer-to-Peer-Führungen und eröffnen damit einen generationsübergreifenden Zugang.

Fazit: Erinnerung als ästhetische und demokratische Erfahrung

Besucherinnen und Besucher erwartet keine dekorative Kunstschau, sondern eine präzise kuratierte Erinnerungsarbeit mit historischer Tiefe. Die Ausstellung verbindet Werkbetrachtung im übertragenen Sinn, Medieninstallation, Dokumentation und Gedenkkultur zu einem eindringlichen Kunsterlebnis. Wer Cottbus und die Mechanismen von Ausgrenzung, Verfolgung und Zwangsarbeit verstehen möchte, sollte diese Ausstellung unbedingt live besuchen.

Offizielle Kanäle von Menschenrechtszentrum Cottbus:

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Quellen:

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