Im Verborgenen im Staatstheater Cottbus: Ballett zwischen Bruch und Verwandlung


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Im Verborgenen: Tanz zwischen Bruchstellen und Licht
Im Großen Haus des Staatstheaters Cottbus öffnet sich am 23. Oktober 2026 ein bewegter Raum für das Unsichtbare. Der zweiteilige Ballettabend verbindet Choreografien von Inma López und Douglas Lee zu einer eindringlichen Untersuchung von Individualität, Verletzlichkeit und den Kräften, die aus Fragmenten ein neues Ganzes entstehen lassen.
Wenn Brüche zu Gold werden
Inma López’ Choreografie Goldene Wunden ist von der japanischen Kintsugi-Praxis inspiriert. Zerbrochenes wird dort nicht verborgen, sondern in einem sorgfältigen Prozess sichtbar zusammengefügt. Diese Idee überträgt die Inszenierung in eine körperliche Sprache: Tanz wird zum Ausdruck von Erinnerung, Widerstandskraft und persönlicher Geschichte.
Das Bühnenbild von Pascale Arndtz und Inma López, die Kostüme von Angelo Alberto sowie das Lichtdesign von Ulf Kupke und Inma López formen eine Theateratmosphäre, in der jede Bewegung Bedeutung gewinnt. Die Dramaturgie von Corinna Jarosch begleitet den Abend mit einem klaren Blick auf die Verbindung von Körper, Raum und innerer Verwandlung.
Hinter dem Sichtbaren
Der international tätige Choreograf Douglas Lee richtet in Fade-outs den Blick auf jene Zwischenzustände, in denen Wahrnehmung und Wirklichkeit ineinander übergehen. Die Choreografie fragt nach dem, was im Bühnenlicht erscheint, und nach dem Zauber, der erst im Verborgenen seine Wirkung entfaltet.
Musik von Nicolas Sávva, Bühne von Pascale Arndtz und das gemeinsam mit Ulf Kupke entwickelte Lichtdesign geben diesem zweiten Teil eine eigenständige Klang- und Bilddramaturgie. Die Tänzerinnen und Tänzer des Staatstheaters Cottbus bewegen sich durch wechselnde Atmosphären, präzise Formationen und Momente großer körperlicher Intensität.
Ein zweiteiliger Ballettabend mit eigener Spannung
Die Inszenierung lebt vom Kontrast ihrer beiden choreografischen Handschriften. Während Goldene Wunden die sichtbaren Spuren des Lebens zum Ausgangspunkt nimmt, sucht Fade-outs nach den flüchtigen Bildern hinter der Oberfläche. So entsteht ein Bühnenerlebnis, das tänzerische Virtuosität mit philosophischer Tiefe verbindet.
Die Aufführung dauert etwa 105 Minuten und enthält eine Pause. Das Publikum erwartet eine konzentrierte Verbindung aus zeitgenössischem Tanz, atmosphärischem Bühnenbild, präziser Lichtregie und expressiver Schauspielkunst des Körpers.
Fazit: Tanzkunst, die nach innen leuchtet
Im Verborgenen lädt dazu ein, Brüche nicht als Makel, sondern als Teil einer unverwechselbaren Form zu betrachten. Wer zeitgenössisches Ballett, starke Bildsprache und choreografische Begegnungen von internationalem Format live erleben möchte, findet im Großen Haus einen Abend voller Bewegung, Spannung und stiller Nachwirkung.
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