Ungebremste Selbstbewegungen im Dieselkraftwerk Cottbus: Fotografie als Freiheitsraum

Event: Ungebremste Selbstbewegungen. Kunst mit Fotografie in der DDR in Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst - Dieselkraftwerk Cottbus, Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus on 31. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

31. Oktober 2026 11:00 Uhr

Veranstaltungsort

Cottbus
03 Cottbus, Deutschland

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Fotografie als Raum der Freiheit im Dieselkraftwerk Cottbus

Die Ausstellung Ungebremste Selbstbewegungen. Kunst mit Fotografie in der DDR widmet sich einer eigenwilligen und lange unterschätzten Bildpraxis der 1980er Jahre. Im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst wird Fotografie nicht als neutrale Dokumentation verstanden, sondern als Material für Selbstbehauptung, Selbst-Erweiterung und künstlerische Grenzüberschreitung.

Eine andere Fotografie der DDR

In der eng reglementierten Gesellschaft der DDR entwickelten Künstlerinnen und Künstler verschiedener Disziplinen eine subkulturell geprägte Kunst mit Fotografie. Die gezeigten Arbeiten lösen sich vom journalistisch-dokumentarischen Bildverständnis und reflektieren ihre eigenen Bedingungen. Inszenierung, Verfremdung, serielle Reihung und bewusste Brüche verwandeln das fotografische Bild in einen offenen Denk- und Handlungsraum.

Bild, Körper und Raum in Bewegung

Die Ausstellung führt Fotografie mit Performance, Aktion, Installation und Intervention zusammen. Bildserien, private Fotomappen und halblegale Zeitschriften zeugen von einer Kunstpraxis, in der ästhetische Erfahrung und gesellschaftliche Selbstbehauptung unmittelbar ineinandergreifen. Körper, Ausschnitt, Wiederholung und Materialität werden zu eigenständigen künstlerischen Mitteln.

Künstlerische Positionen zwischen Konzept und Experiment

Zu sehen sind Werke unter anderem von Claus Bach, Tina Bara, Micha Brendel, Kurt Buchwald, Klaus Elle, Irene Fischer, Thomas Florschuetz, Else Gabriel, Wolf Kahlen, Matthias Leupold, Olaf Martens, Cornelia Schleime, Erasmus Schröter und Gabriele Stötzer. Ihre unterschiedlichen Bildsprachen machen sichtbar, wie Fotografie in der späten DDR zur Bühne für Selbstentwurf, poetische Verfremdung und visuelle Autonomie wurde.

Kuratierung und kunsthistorischer Kontext

Das Ausstellungskonzept wurde von Christoph Tannert als externem Kurator erarbeitet. Seine Perspektive rückt ein kunsthistorisch relevantes Kapitel der ostdeutschen Moderne ins Zentrum: die Entwicklung einer nicht-staatstragenden Kunst, die sich etablierten Kategorien entzog und fotografische Verfahren mit konzeptuellen, performativen und installativen Strategien verband.

Kunsterlebnis im ehemaligen Dieselkraftwerk

Die industrielle Architektur des Dieselkraftwerks Cottbus schafft eine konzentrierte Ausstellungsatmosphäre für diese experimentellen Arbeiten. Zwischen rauer Raumwirkung, fotografischen Oberflächen und seriellen Bildfolgen entsteht eine intensive Werkbetrachtung. Das Kunsterlebnis verbindet kulturelle Bildung mit einer ästhetischen Erfahrung, die vertraute Vorstellungen von Fotografie nachhaltig erweitert.

Fazit: Die Ausstellung eröffnet einen präzisen und sinnlichen Zugang zu einer widerständigen Kunstpraxis der späten DDR. Kunstinteressierte erleben Fotografie als Handlung, Haltung und Freiheitsraum. Ein Besuch im Dieselkraftwerk Cottbus bereichert die kulturelle Wahrnehmung und lädt dazu ein, die Werke unmittelbar vor Ort zu entdecken.

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Quellen:

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