Ungebremste Selbstbewegungen im Dieselkraftwerk Cottbus: DDR-Fotografie neu erleben

Event: Ungebremste Selbstbewegungen. Kunst mit Fotografie in der DDR in Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst – Dieselkraftwerk Cottbus, Uferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus on 23. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

23. Oktober 2026 11:00 Uhr

Veranstaltungsort

Cottbus
03 Cottbus, Deutschland

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Fotografie als Freiheitsraum: Ungebremste Selbstbewegungen im Dieselkraftwerk Cottbus

Die Ausstellung Ungebremste Selbstbewegungen. Kunst mit Fotografie in der DDR richtet den Blick auf eine experimentelle Bildpraxis der 1980er Jahre. Im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst wird Fotografie nicht als neutrale Dokumentation präsentiert, sondern als Material für Befreiung, Selbst-Erweiterung und künstlerische Grenzüberschreitung.

Eine andere Fotografie der DDR

In der eng reglementierten Gesellschaft der DDR entwickelten Künstlerinnen und Künstler eine eigenständige, subkulturell geprägte Kunst mit Fotografie. Inszenierung, Verfremdung, Montage und serielle Ordnung lösten das Medium aus seinem journalistisch-dokumentarischen Rahmen. Das fotografische Bild wurde zum Denkraum, zur künstlerischen Geste und zur Möglichkeit, Wirklichkeit neu zu entwerfen.

Bild, Körper und Handlung in Bewegung

Die Ausstellung verbindet fotografische Verfahren mit Performance, Body-Art, Installation, Aktion und konzeptuellen Strategien. Körper, Raum, Material und Handlung treten in einen spannungsvollen Dialog. Serielle Bildfolgen und performative Spuren machen sichtbar, wie sich eine Kunstpraxis jenseits etablierter Kategorien formierte.

Künstlerische Positionen jenseits offizieller Bildkonventionen

Zu sehen sind Arbeiten unter anderem von Claus Bach, Tina Bara, Micha Brendel, Kurt Buchwald, Klaus Elle, Irene Fischer, Thomas Florschuetz, Else Gabriel, Rainer Görß, Klaus Hähner-Springmühl, Wolf Kahlen, Matthias Leupold, Olaf Martens, Cornelia Schleime, Erasmus Schröter und Gabriele Stötzer. Ihre unterschiedlichen Positionen zeigen die Vielfalt einer nicht-staatstragenden Kunst, die häufig in privat produzierten Fotomappen und halblegalen Zeitschriften sichtbar wurde.

Kuratierung und kunsthistorischer Kontext

Das Ausstellungskonzept wurde von Christoph Tannert als externem Kurator erarbeitet. Die Präsentation verbindet Bestände der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseums für Moderne Kunst mit Leihgaben und ordnet die Werke in die Kulturgeschichte der späten DDR ein. Zwischen experimenteller Fotografie, Konzeptkunst, Performance und subkultureller Bildkultur entsteht ein differenzierter Blick auf künstlerische Autonomie unter den Bedingungen staatlicher Kontrolle.

Das Dieselkraftwerk als Resonanzraum

Die industrielle Architektur des ehemaligen Dieselkraftwerks verstärkt die Ausstellungsatmosphäre. Sichtbare Materialien, klare Raumachsen und konzentriertes Museumslicht lassen fotografische Bildflächen, serielle Strukturen und medienübergreifende Arbeiten in einen intensiven Dialog treten. Die Werkbetrachtung verbindet historische Erkenntnis mit sinnlicher Wahrnehmung und öffnet eine ästhetische Erfahrung über Freiheit, Körper, Erinnerung und Selbstbehauptung.

Fazit: DDR-Kunst neu sehen

Besucherinnen und Besucher erwartet ein eindringliches Kunsterlebnis über die politische und poetische Kraft der Fotografie. Wer moderne Kunst, ostdeutsche Kunstgeschichte, Installation und performative Bildstrategien aus einer neuen Perspektive entdecken möchte, sollte diese Ausstellung unbedingt live im Dieselkraftwerk Cottbus erleben.

Offizielle Kanäle von Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst:

Quellen:

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