Ungebremste Selbstbewegungen im BLMK Cottbus: Kunst mit Fotografie in der DDR


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Ungebremste Selbstbewegungen: Fotografie als künstlerischer Aufbruch in der DDR
Die Ausstellung Ungebremste Selbstbewegungen. Kunst mit Fotografie in der DDR im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst widmet sich einer experimentellen, subkulturell geprägten Kunstpraxis der 1980er Jahre. Am 9. Oktober 2026 öffnet sich im Dieselkraftwerk Cottbus ein vielschichtiger Blick auf Künstlerinnen und Künstler, die Fotografie nicht als neutrale Dokumentation, sondern als Material für Veränderung, Selbstermächtigung und Grenzüberschreitung verstanden.
Wenn Fotografie ihre festen Grenzen verlässt
Im Zentrum steht der Begriff Kunst mit Fotografie. Gemeint ist eine eigenständige Kunstrichtung, in der fotografische Bilder inszeniert, bearbeitet, seriell geordnet und mit Performance, Installation, Film oder Musik verbunden werden. Die Werke verweisen nicht einfach auf eine vorgefundene Wirklichkeit. Sie reflektieren die Bedingungen des Bildes selbst und entwickeln daraus poetische, körperliche und politische Gegenwelten.
Ästhetische Erfahrung zwischen Bild, Körper und Raum
Die Ausstellungsatmosphäre entsteht aus dem Wechselspiel von Fotografie, Aktion und räumlicher Setzung. Silbergelatineabzüge, serielle Bildfolgen, experimentelle Verfahren und performative Ansätze machen die Werkbetrachtung zu einem beweglichen Kunsterlebnis. Formen lösen sich aus vertrauten Ordnungen, Bildräume werden zu Handlungsräumen, und der eigene Körper erscheint als Instrument künstlerischer Selbstbehauptung.
Eine wenig erzählte Geschichte der DDR-Kunst
Die Ausstellung richtet den Blick auf Positionen, die sich außerhalb des etablierten fotografischen Verständnisses der DDR entwickelten. In den 1980er Jahren formierten sich Strömungen einer anderen Fotografie und einer Fotografie von unten, die eng mit subkulturellen Netzwerken, privat produzierten Fotomappen und halblegalen Zeitschriften verbunden waren. Künstlerinnen und Künstler entzogen sich damit den offiziellen Kategorien und schufen eigene Räume für Wahrnehmung, Austausch und ästhetische Forschung.
Künstlerische Positionen von Claus Bach bis Gabriele Stötzer
Zu sehen sind Arbeiten von Claus Bach, Tina Bara, Micha Brendel, Kurt Buchwald, Klaus Elle, Irene Fischer, Thomas Florschuetz, Else Gabriel, Rainer Görß, Klaus Hähner-Springmühl, Wolf Kahlen, York der Knoefel, Matthias Leupold, Olaf Martens, Maix Mayer, Florian Merkel, Cornelia Schleime, Erasmus Schröter, Heike Stephan und Gabriele Stötzer sowie weiteren Beteiligten. Die Vielfalt der Positionen zeigt, wie unterschiedlich sich Fotografie als künstlerisches Denken, als Körperaktion und als mediale Installation entfalten konnte.
Die Sammlung des BLMK als kunsthistorischer Resonanzraum
Das Brandenburgische Landesmuseum für Moderne Kunst verfügt über die einzige in der DDR begründete Museumssammlung für Fotografie. Neben der sogenannten Autorenfotografie bewahrt das BLMK bedeutende Bestände experimenteller Fotografie. Die Ausstellung verbindet Werke aus der eigenen Sammlung mit Leihgaben und macht ein bis heute nur fragmentarisch erzähltes Kapitel der modernen Kunstgeschichte sichtbar.
Fazit: Ein Kunsterlebnis über Freiheit und Selbstbestimmung
Ungebremste Selbstbewegungen erwartet Kunstinteressierte mit einer konzentrierten, sinnlichen und kunsthistorisch bedeutenden Werkbetrachtung. Die Ausstellung zeigt Fotografie als bewegliches Medium zwischen Realität und Erfindung, Dokument und Aktion, Körper und Raum. Wer die ästhetische Erfahrung einer eigenwilligen DDR-Kunstgeschichte unmittelbar erleben und kulturelle Bildung mit einer inspirierenden Begegnung verbinden möchte, sollte diese Ausstellung im Dieselkraftwerk Cottbus unbedingt live besuchen.
Offizielle Kanäle von Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst:
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