Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung macht NS-Geschichte sichtbar

Event: Sonderausstellung „Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ in Menschenrechtszentrum Cottbus e. V. – Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus on 8. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

8. Oktober 2026

Veranstaltungsort

Cottbus
03 Cottbus, Deutschland

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Ein Bahnhof wird zum Ort der Erinnerung

Die Sonderausstellung „Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ richtet den Blick auf die verdrängte Geschichte eines zentralen Verkehrsortes. Der Bahnhof Cottbus war während der NS-Zeit Schauplatz von Ausweisung, Deportation, Gefangenentransporten und Zwangsarbeit. Im Menschenrechtszentrum Cottbus wird diese Geschichte durch historische Forschung, eine temporäre Präsentation und eine eindringliche Medieninstallation sichtbar.

Vier Erzählstränge einer erschütternden Stadtgeschichte

Die kuratierte Ausstellung verbindet vier miteinander verflochtene Themenfelder: die Ausgrenzung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung, den Bahnhof als Durchgangsstation von Deportationszügen, das Frauenzuchthaus Cottbus als Ort politischer Haft sowie den Alltag der Zwangsarbeit in Betrieben und Institutionen der Stadt.

1938 wurden jüdische Menschen mit polnischer Staatsbürgerschaft aus Cottbus und der Region nach Polen ausgewiesen. Später führten Deportationszüge über Cottbus in Ghettos im besetzten Polen und nach Theresienstadt. Auch Gefangenentransporte zum und vom Frauenzuchthaus sowie Transporte von Menschen, die in Cottbuser Betrieben, bei der Reichsbahn, in kommunalen Einrichtungen und auf Bauernhöfen Zwangsarbeit leisten mussten, prägten die Geschichte des Bahnhofs.

Medieninstallation zwischen Licht, Schrift und Erinnerung

Eine Medieninstallation nimmt die Form historischer Abfahrtstafeln auf. Namen, frühere Adressen, Zielbahnhöfe und Deportationsrouten erscheinen als nüchterne, zugleich erschütternde Erinnerungsspuren. Schrift, Licht, Bewegung und Raumwirkung erzeugen eine konzentrierte Ausstellungsatmosphäre, in der historische Daten zu individuellen Schicksalen werden.

Die Präsentation arbeitet nicht mit dekorativer Malerei oder klassischer Skulptur. Ihre künstlerische Qualität liegt in der Verbindung von Installation, Dokumentation und ortsbezogener Erinnerungskultur. Der Bahnhof selbst wird als Zeugnis einer Epoche lesbar. Diese Werkbetrachtung im erweiterten Sinn eröffnet eine ästhetische Erfahrung, die historische Erkenntnis mit stiller Reflexion verbindet.

Kulturelle Bildung und demokratische Verantwortung

Das Projekt entstand im Rahmen des Programms „MemoRails – Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert“. Beteiligt sind das Menschenrechtszentrum Cottbus, exhibeo e. V., die AG Stolpersteine Cottbus und die Städtischen Sammlungen Cottbus. Gefördert wird das Vorhaben durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft sowie durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Die Ausstellung versteht Erinnerung nicht als abgeschlossene Rückschau. Sie fragt nach der Bedeutung von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in der Gegenwart. Damit verbindet sie historische Aufarbeitung mit kultureller Bildung und lädt dazu ein, lokale Geschichte im europäischen Kontext zu betrachten.

Fazit: Geschichte vor Ort erleben

Besucherinnen und Besucher erwartet ein intensives Kunsterlebnis der Erinnerung: historisch fundiert, mediengestützt und eng mit Cottbus verbunden. Die Ausstellungsatmosphäre entsteht aus Namen, Dokumenten, Licht, Raum und der Nähe zum historischen Ort. Wer Erinnerungskultur nicht nur lesen, sondern als ästhetische Erfahrung unmittelbar erleben möchte, sollte diese Ausstellung unbedingt live besuchen.

Offizielle Kanäle von Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.:

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Quellen:

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