Fons Hickmann im BLMK Cottbus: Plakatkunst zwischen Typografie und Zeitbild


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Fons Hickmann: Plakatkunst als visuelles Denkbild
Das Brandenburgische Landesmuseum für Moderne Kunst – Dieselkraftwerk Cottbus widmet Fons Hickmann eine konzentrierte Einzelausstellung. Plakate von heute und davor führt durch drei Jahrzehnte eigenständiger Kommunikationsgestaltung und macht sichtbar, wie aus Typografie, Bild, Material und gesellschaftlicher Haltung ein prägnantes visuelles Vokabular entsteht.
Drei Jahrzehnte zwischen Auftrag und Experiment
Fons Hickmann, 1966 in Hamm geboren, zählt zu den prägenden deutschen Grafikdesignern, Typografen und Professoren der Gegenwart. Sein 2001 in Berlin gegründetes Studio Fons Hickmann m23 arbeitet an komplexen Kommunikationssystemen, Buch-, Plakat-, Magazin- und Corporate-Design-Projekten sowie an digitalen Medien. Die Ausstellung konzentriert sich auf sein international vielfach ausgezeichnetes Plakatschaffen.
Das Plakat als kulturelle Intervention
Die gezeigten Arbeiten entstanden häufig in Serien für kulturelle Auftraggeber. Daneben stehen selbst- und medienreflexive Entwürfe sowie Plakate im Eigenauftrag, die gesellschaftspolitische Themen als papierne Interventionen verhandeln. Hickmanns Gestaltung verbindet typografische Präzision mit visueller Energie und fordert dazu auf, das Plakat nicht nur als Informationsträger, sondern als eigenständige Form der Gegenwartskunst zu betrachten.
Typografie, Rhythmus und visuelle Spannung
In der Werkbetrachtung treten kontrastreiche Schriftbilder, serielle Ordnungen, überraschende Bildkombinationen und eine bewusste Spannung zwischen Lesbarkeit und Irritation hervor. Die Ausstellungsatmosphäre eröffnet eine ästhetische Erfahrung, in der Kommunikationsdesign, Malerei, Fotografie und konzeptuelle Installation gedanklich miteinander in Beziehung treten. Papier wird zur Projektionsfläche für kulturelle Erinnerung, politische Fragen und experimentelle Bildsprache.
Kunsthistorische Einordnung und kulturelle Bildung
Hickmann studierte Fotografie und Kommunikationsdesign in Düsseldorf sowie Ästhetik und Medientheorie in Wuppertal. Seit 2007 lehrt er an der Universität der Künste Berlin. Sein Studio erhielt mehr als 200 international relevante Auszeichnungen, darunter den Golden Bee Award, den LeadAward in Gold, den iF Award in Gold, ADC-Auszeichnungen und den Joseph Binder Award. 2012 wurde Hickmann für sein Gesamtwerk mit dem Master’s Eye Award der Triennale Trnava geehrt.
Die Ausstellung bietet damit nicht nur einen Überblick über herausragende Plakatgestaltung, sondern auch einen Zugang zur kulturellen Bildung: Besucherinnen und Besucher erleben, wie visuelle Kommunikation gesellschaftliche Themen verdichtet, Aufmerksamkeit lenkt und öffentliche Räume prägt.
Fazit: Plakatkunst live erleben
Wer sich für Grafikdesign, Typografie, moderne Kunst und visuelle Kultur interessiert, entdeckt im Dieselkraftwerk Cottbus ein facettenreiches Kunsterlebnis zwischen Gebrauchsgrafik und autonomer Kunst. Die Werkbetrachtung vor Ort macht den Rhythmus der Serien, die Materialität des Papiers und die Wirkung der Kompositionen unmittelbar erfahrbar. Ein Besuch bereichert die ästhetische Erfahrung und schärft den Blick für die Bilder, die unseren Alltag begleiten.
Offizielle Kanäle von Fons Hickmann:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://fonshickmann.com/










