Fons Hickmann im Dieselkraftwerk Cottbus: Plakatkunst neu entdecken

Event: Fons Hickmann. Plakate von heute und davor in Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst - Dieselkraftwerk Cottbus, Uferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus on 6. November 2026

Datum und Uhrzeit

6. November 2026 11:00 Uhr

Veranstaltungsort

Cottbus
03 Cottbus, Deutschland

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Fons Hickmann: Drei Jahrzehnte Plakatkunst zwischen Bild, Sprache und Gesellschaft

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst präsentiert im Dieselkraftwerk Cottbus die Ausstellung Fons Hickmann. Plakate von heute und davor. Die Werkschau versammelt Plakate aus mehr als drei Jahrzehnten und macht sichtbar, wie präzise Gestaltung, visuelle Zuspitzung und gesellschaftliche Kommunikation ineinandergreifen.

Das Plakat als öffentliche Sprache

Fons Hickmann, 1966 in Hamm geboren, zählt zu den prägnantesten deutschen Grafikdesignern der Gegenwart. Nach Studien in Kommunikationsdesign und Fotografie in Düsseldorf sowie Ästhetik und Medientheorie in Wuppertal gründete er 2001 das Berliner Studio Fons Hickmann m23. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Grafikdesign, Typografie, Fotografie, Buchgestaltung und komplexen visuellen Kommunikationssystemen.

Im Zentrum der Ausstellung steht das Plakat als unmittelbar zugängliches Medium und zugleich als anspruchsvolle Form visueller Argumentation. Schrift, Farbe, Fläche, Rhythmus und Bildzeichen verdichten sich zu Kompositionen, die nicht nur informieren, sondern Wahrnehmung lenken und Fragen an die Gegenwart stellen.

Visuelle Verdichtung und klare Form

Hickmanns Gestaltung zeichnet sich durch eine konzentrierte Formensprache aus. Reduktion erscheint dabei nicht als Verzicht, sondern als Methode: Jede typografische Entscheidung, jede Farbfläche und jede Verschiebung im Bildraum trägt zur Bedeutung bei. Die Werkbetrachtung eröffnet einen Blick auf die ästhetische Präzision hinter scheinbar unmittelbaren Botschaften.

Die Ausstellungsatmosphäre lebt vom Wechsel zwischen großformatiger Wirkung und genauer Nahsicht. Aus der Distanz entfalten die Plakate ihre visuelle Präsenz; aus der Nähe werden typografische Details, Materialität, Überlagerungen und formale Spannungen lesbar. So entsteht ein Kunsterlebnis, das Grafikdesign als eigenständige Kunstform erfahrbar macht.

Designgeschichte im Spiegel der Gegenwart

Die Ausstellung ordnet Hickmanns Plakatschaffen in die Entwicklung zeitgenössischer visueller Kommunikation ein. Seine Arbeiten verbinden kunsthistorische Traditionen der Plakatkunst mit digitalen Bildwelten und aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen. Das Plakat erscheint als Zeitdokument, als kulturelles Gedächtnis und als Instrument öffentlicher Auseinandersetzung.

Hickmann lehrte an der Universität für angewandte Kunst Wien und an der Universität der Künste Berlin. Er ist Mitglied internationaler Designorganisationen wie der Alliance Graphique Internationale, des Type Directors Club New York und des Art Directors Club of Germany. Sein Studio erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter den Golden Bee Award, iF Awards, ADC Awards, LeadAwards und Joseph Binder Awards. 2012 wurde Hickmann mit dem Master’s Eye Award der Triennale Trnava für sein Gesamtwerk geehrt.

Ein Ausstellungsbesuch als ästhetische Erfahrung

Die Schau richtet sich an Kunstinteressierte, Designliebhaber, Studierende und alle, die den visuellen Zeichen des Alltags bewusster begegnen möchten. Kulturelle Bildung entsteht hier unmittelbar aus der Anschauung: Die Besucherinnen und Besucher erleben, wie aus typografischen Entscheidungen, fotografischen Fragmenten und grafischen Kontrasten komplexe Bedeutungsräume entstehen.

Fons Hickmanns Plakate fordern den schnellen Blick heraus und belohnen die konzentrierte Betrachtung. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt hinter der klaren Oberfläche eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Öffentlichkeit, Medien, Erinnerung und gesellschaftlicher Verantwortung.

Fazit: Plakatkunst live im Dieselkraftwerk Cottbus erleben

Fons Hickmann. Plakate von heute und davor verbindet kunsthistorische Einordnung mit unmittelbarer visueller Wirkung. Die Ausstellung zeigt Grafikdesign als sinnliche, gesellschaftlich relevante und intellektuell offene Kunstform. Ein Besuch im Dieselkraftwerk Cottbus verspricht eine inspirierende Werkbetrachtung und eine nachhaltige ästhetische Erfahrung.

Wer verstehen möchte, wie Plakate Aufmerksamkeit erzeugen, Haltung sichtbar machen und sich in das kulturelle Gedächtnis einschreiben, sollte diese Werkschau unbedingt live erleben.

Offizielle Kanäle von Fons Hickmann:

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Quellen:

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