Ungebremste Selbstbewegungen im BLMK Cottbus: DDR-Kunst neu sehen

Event: Ungebremste Selbstbewegungen. Kunst mit Fotografie in der DDR in Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst - Dieselkraftwerk Cottbus, Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus on 29. August 2026

Datum und Uhrzeit

29. August 2026 11:00 Uhr

Veranstaltungsort

Cottbus
03 Cottbus, Deutschland

Tickets

4,00

Über diese Veranstaltung

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Entspannt

Veranstaltungsorttyp

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DDR-Fotokunst als Aufbruch: „Ungebremste Selbstbewegungen“ im Dieselkraftwerk Cottbus

Im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst am Dieselkraftwerk Cottbus öffnet sich eine Ausstellung, die Fotografie nicht als bloßes Abbild versteht, sondern als Mittel der Selbstermächtigung, der Grenzüberschreitung und der künstlerischen Befragung. „Ungebremste Selbstbewegungen. Kunst mit Fotografie in der DDR“ rückt jene Positionen ins Zentrum, die in den 1980er Jahren eine andere, von unten gedachte Bildsprache entwickelten.

Fotografie als Haltung, nicht als Dokument

Die Ausstellung macht sichtbar, wie Künstlerinnen und Künstler in einem engen politischen und gesellschaftlichen System ästhetische Freiräume suchten. Statt journalistischer Abbildung entstand eine Kunst, die mit Idee, Aktion, Performance, Intervention und seriellem Denken arbeitet. Genau darin liegt ihre historische Spannung: Das Foto wird zum Träger von Selbstbefragung, Widerstand und poetischer Verdichtung.

Ein Blick auf subkulturelle Bildräume

Der von Christoph Tannert erarbeitete Ausstellungskonzept verbindet kunsthistorische Einordnung mit einem Gespür für die spezifische Ausstellungsatmosphäre der späten DDR. Die gezeigten Arbeiten von Claus Bach, Tina Bara, Micha Brendel, Kurt Buchwald, Klaus Elle, Irene Fischer, Thomas Florschuetz, Else Gabriel, Rainer Görß, Klaus Hähner-Springmühl, Erich-Wolfgang Hartzsch, Frank Herrmann, Bernd Hiepe, Wolf Kahlen, Stefan Kayser, York der Knoefel, Matthias Leupold, Lieberknecht/Stoy, Olaf Martens, Maix Mayer, Florian Merkel, Erhard Monden, Christoph Sandig, Cornelia Schleime, Erasmus Schröter, Andreas Seeliger, Heike Stephan, Gabriele Stötzer und weiteren Positionen öffnen den Blick auf ein dichtes Netz künstlerischer Praxis.

Vom Experiment zur visuellen Autonomie

Besonders eindrucksvoll ist der Dialog zwischen Fotografie, Zeichnung, Aktion und Publikation. Die Ausstellung verweist auf privat produzierte Foto-Mappen, halblegale Zeitschriften und alternative Kommunikationsformen, die der Kunst in der DDR neue Reichweiten verschafften. Wer diese Werkbetrachtung sucht, findet hier keine lineare Erzählung, sondern ein vielschichtiges Kunsterlebnis zwischen Materialität, Körper, Geste und Bildidee.

Ort, Sammlung und kulturhistorischer Kontext

Das Brandenburgische Landesmuseum für Moderne Kunst gehört zu den zentralen Orten für Kunst aus der DDR und den daraus hervorgegangenen Traditionslinien. Mit seiner Sammlung, seinem kunstpädagogischen Programm und der Lage im markanten Dieselkraftwerk bietet es einen idealen Rahmen für eine Ausstellung, die historische Tiefe und aktuelle Relevanz verbindet. Die Industriekulisse des Hauses verstärkt den Eindruck einer Ausstellung, die über reine Rückschau hinausgeht und Fragen nach Freiheit, Sichtbarkeit und künstlerischer Selbstbestimmung stellt.

Fazit

„Ungebremste Selbstbewegungen“ verspricht eine kluge, visuell dichte und kunsthistorisch bedeutende Ausstellung über Fotografie als Widerstand, Experiment und künstlerische Befreiung. Wer die DDR-Kunst jenseits vertrauter Klischees neu verstehen will, sollte diese Schau im Dieselkraftwerk Cottbus unbedingt live erleben.

Offizielle Kanäle von Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst:

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  • Website: https://www.blmk.de/

Quellen:

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