Im Verborgenen im Großen Haus: Cottbus erlebt Ballett voller Tiefe


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Im Verborgenen: Ein Ballettabend über Brüche, Glanz und die Kunst des Unsichtbaren
Mit Im Verborgenen bringt das Staatstheater Cottbus einen zweiteiligen Ballettabend auf die Bühne, der das Sehen selbst zum Thema macht. Am 27. Juni 2026 um 19:30 Uhr öffnet das Große Haus einen Raum für choreografische Spannung, für die Schönheit des Unausgesprochenen und für jene Momente, in denen Tanz mehr erzählt als Worte.
Ein Abend zwischen Riss und Gold
Im Zentrum des zweiten Teils steht Inma López mit GOLDENE WUNDEN, inspiriert von der japanischen Kintsugi-Praxis. Zerbrochenes wird nicht verdeckt, sondern veredelt. Der Abend formt daraus ein starkes Bild für Individualität, Widerstandskraft und die poetische Würde von Narben. Die Choreografie setzt auf innere Bewegung, auf jene leisen Erschütterungen, die sich im Körper einschreiben und in der Theateratmosphäre plötzlich sichtbar werden.
Das Unsichtbare im Scheinwerferlicht
Douglas Lee eröffnet den Abend mit FADE-OUTS als choreografischer Reflexion über das Verborgene in der Theaterpraxis. Was bleibt im Dunkeln, was drängt nach vorn, was formt eine Inszenierung erst im Hintergrund? Diese Fragen sind typisch für einen Abend, der nicht auf Effekte setzt, sondern auf dramaturgische Tiefe, präzise Bewegungssprache und eine Bühnenästhetik, die das Publikum hineinzieht statt es zu überfordern.
Die Sprache von Bühne, Licht und Körper
Die Ausstattung von Pascale Arndtz, das Kostümbild von Angelo Alberto, die Musik von Nicolas Sávva und Adrian Berenguer sowie die dramaturgische Handschrift von Corinna Jarosch bündeln sich zu einem konzentrierten Bühnenerlebnis. Das Große Haus mit seiner klaren Theatersprache bietet dafür den idealen Rahmen: ein Ort, an dem Lichtstimmung, Akustik und Raumwirkung den Tanz in feinen Schichten freilegen. Das Publikum erlebt kein bloßes Programm, sondern eine choreografische Erkundung von Verletzlichkeit und Form.
Theateratmosphäre im Großen Haus
Das Staatstheater Cottbus zeigt mit diesem Abend seine Stärke als Mehrspartenhaus mit Profil. Die Produktion ist als Ballettabend angelegt und mit einer Spieldauer von rund 90 Minuten inklusive Pause kompakt, aber inhaltlich vielschichtig. Gerade darin liegt ihre Spannung: Im schnellen Wechsel von Verdichtung und Stille entsteht jene Publikumsreaktion, die gutes Tanztheater auszeichnet - konzentriert, aufmerksam, berührt.
Fazit
Im Verborgenen verspricht einen Abend voller choreografischer Präzision, ästhetischer Spannung und emotionaler Tiefe. Wer zeitgenössisches Ballett liebt, erlebt hier ein fein komponiertes Zusammenspiel aus Bewegung, Musik und Bühnenbild. Ein Besuch im Großen Haus lohnt sich für alle, die Tanz nicht nur sehen, sondern in seiner ganzen Theaterkraft erfahren wollen.
Offizielle Kanäle von Staatstheater Cottbus:
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