Wer hat's erfunden? Im Apothekenmuseum Cottbus wird Wissenschaftsgeschichte lebendig


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Wenn Apotheken zu Werkstätten des Wissens werden
Die Sonderausstellung Wer hat's erfunden? Vielleicht ein Apotheker! im Brandenburgischen Apothekenmuseum Cottbus eröffnet einen überraschenden Blick auf die Geschichte naturwissenschaftlicher und technischer Innovationen. Im Mittelpunkt stehen Entdeckungen aus drei Jahrhunderten, die aus apothekerlicher Forschung, Beobachtung und Experimentierfreude hervorgingen.
Entdeckungen aus dem Apothekenlabor
Apotheken waren über lange Zeit weit mehr als Orte der Arzneimittelherstellung. Sie dienten als Laboratorien, Wissensspeicher und Werkstätten des Fortschritts. Die Ausstellung zeigt unter anderem die Herstellung von Rübenzucker, die Entwicklung von Sodawasser, die Isolierung von Morphium, frühe Gasbeleuchtungssysteme, den UHU-Klebstoff und die Chlorodont-Zahnpasta.
Die Präsentation verbindet Pharmaziegeschichte, Technikgeschichte und Alltagskultur. Aus vertrauten Produkten und historischen Verfahren entsteht eine anschauliche Erzählung über Neugier, handwerkliche Präzision und den Mut zum Experiment.
Historische Räume und sinnliche Ausstellungsatmosphäre
Das Brandenburgische Apothekenmuseum befindet sich in der ehemaligen Löwen-Apotheke am Cottbuser Altmarkt. Offizin, Kräuterkammer, Giftkammer und galenisches Labor verleihen der Werkbetrachtung eine besondere Raumwirkung. Holz, Glas, Keramik, Metall, Kräuter und historische Laborgeräte machen Wissenschaft als ästhetische Erfahrung unmittelbar erfahrbar.
Gerade das Zusammenspiel aus authentischen Räumen, materiellen Objekten und wissenschaftsgeschichtlichen Erzählungen prägt das Kunsterlebnis. Die Ausstellung setzt nicht auf klassische Malerei oder Skulptur, sondern auf historische Artefakte, Installationen des Wissens und die kulturelle Bedeutung praktischer Forschung.
Wissenschaftsgeschichte als kulturelle Bildung
Die Ausstellung richtet den Blick auf Apotheker als Beobachter, Entwickler und Vermittler. Besucherinnen und Besucher entdecken, wie eng Laborpraxis, Materialkenntnis und gesellschaftlicher Fortschritt miteinander verbunden sind. Eine ausführliche Führung durch die Sonderausstellung ist nach telefonischer Anmeldung möglich; während des regulären Museumsrundgangs wird sie in kürzerer Form vorgestellt.
Für die vertiefte Werkbetrachtung stehen reguläre Führungsangebote sowie ein mehrsprachiger Audioguide in deutscher, englischer und polnischer Sprache zur Verfügung. Für den Audioguide werden eigene Kopfhörer benötigt. Gruppen und Sondertermine können beim Museum angefragt werden.
Fazit: Forschergeist zwischen Kräutern und Laborgeräten
Die Sonderausstellung erwartet ihre Gäste mit einer lehrreichen, atmosphärischen und kulturgeschichtlich fundierten Reise durch drei Jahrhunderte der Erfindungskraft. Wer Pharmazie, historische Räume, Technikgeschichte und kulturelle Bildung miteinander verbinden möchte, erlebt im Brandenburgischen Apothekenmuseum ein ungewöhnliches Kunsterlebnis. Der Besuch vor Ort lohnt sich besonders, weil die Materialien, Räume und Objekte ihre volle Wirkung erst in der unmittelbaren ästhetischen Erfahrung entfalten.
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