Fremde und Freiheit im Fürst Pückler Museum: Kunst und Landschaft in Branitz erleben


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Eine Ausstellung zwischen Orientreise, Landschaftskunst und zeitgenössischer Bildsprache
Im Fürst Pückler Museum Park & Schloss Branitz entfaltet sich eine Sonderausstellung, die historische Landschaftskunst und gegenwärtige Kunstproduktion in einen eindrucksvollen Dialog bringt. Fremde und Freiheit: Welten verbindend. Pücklers Orient in seinen Landschaften führt die Besucher in einen poetischen Raum zwischen Reiseerfahrung, Erinnerung und künstlerischer Übersetzung.
Pücklers Branitz als Bühne der Kunstbetrachtung
Schloss Branitz war ab 1845 Wohnsitz des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau, dessen Landschaftspark heute zu den bedeutendsten Gartenkunstwerken Deutschlands zählt. Die Anlage verbindet historische Schlossräume, den Landschaftspark, das Besucherzentrum und die berühmten Erdpyramiden zu einem Kunsterlebnis, das Natur, Architektur und Inszenierung miteinander verschränkt. Gerade diese Ausstellungsatmosphäre macht Branitz zu einem Ort, an dem sich ästhetische Erfahrung und kunsthistorische Bildung unmittelbar begegnen.
Malerei und Fotografie im wechselseitigen Eingriff
Die zeitgenössische Intervention von Mona Höke und Kathrin Karras setzt im Frühstückszimmer Pücklers an und entwickelt großformatige Arbeiten, in denen Malerei und Fotografie ineinander greifen. Die Künstlerinnen haben nicht nebeneinander, sondern miteinander gearbeitet: Flächen wurden geschichtet, überarbeitet, zusammengefügt und in neue Bildräume überführt. So entsteht eine Bildsprache, die nicht illustriert, sondern reflektiert und die Idee kultureller Verflechtung sichtbar macht.
Der Orient als Denkraum, nicht als Kulisse
Die Ausstellung liest Pücklers Orientreise nicht als exotisches Dekor, sondern als Ausgangspunkt für Fragen nach Fremdheit, Freiheit und künstlerischer Übersetzung. In den Arbeiten erscheinen Landschaften als offene Form, in denen sich Erinnerung, Blickregime und Sehnsucht überlagern. Dieser kuratorische Zugriff verbindet Kunstgeschichte mit aktueller Gegenwartskunst und eröffnet eine präzise Werkbetrachtung im Spannungsfeld von Romantik, Reisebild und zeitgenössischer Fotokunst.
Die Künstlerinnen im kunsthistorischen Kontext
Mona Höke arbeitet seit vielen Jahren an einer Malerei, die sich mit Fläche, Raum und Verdichtung auseinandersetzt und dem Bild eine körperliche Präsenz verleiht. Kathrin Karras, 1967 in Guben geboren, entwickelt eine unverwechselbare Fotokunst, die mit Mehrfachbelichtungen, Schichtungen und einer stark innerlich aufgeladenen Bildsprache arbeitet. Ihre Werke wurden mehrfach für den Brandenburgischen Kunstpreis nominiert; für das Projekt Hidden Places erhielt sie den Mixed Up-Bundespreis. Zusammen treffen hier zwei künstlerische Handschriften aufeinander, die in ihrer jeweiligen Disziplin eigenständig bleiben und doch ein neues Ganzes formen.
Besuch, Bildung und Ausstellungsrundgang
Die Ausstellung eignet sich für kunstinteressierte Besucher, für kulturhistorisch Neugierige und für alle, die Landschaft nicht nur als Natur, sondern als Bild und Idee erleben möchten. Das Haus bietet mit Schloss, Park und Besucherzentrum zusätzliche Anknüpfungspunkte für einen längeren Rundgang. Wer die Schau besucht, erlebt nicht nur eine aktuelle Kunstintervention, sondern auch den Resonanzraum eines Ortes, der für Pücklers Gartenkunst und die Geschichte des Blicks steht.
Fazit: Diese Sonderausstellung verbindet historische Tiefe mit zeitgenössischer Kraft. Sie lädt dazu ein, Pücklers Orient neu zu sehen und die Verflechtung von Kunst, Landschaft und kultureller Vorstellung live vor Ort zu erfahren. Ein Besuch in Branitz verspricht eine ebenso lehrreiche wie inspirierende ästhetische Erfahrung.
Offizielle Kanäle von Fürst Pückler Museum Park & Schloss Branitz:
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- Website: https://www.pueckler-museum.de










