Merkwürdig? Merk würdig! im BLMK Cottbus: Fotografie neu sehen

Event: Merkwürdig? Merk würdig! Fotografien aus der Sammlung des BLMK in Uferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus on 19. April 2026

Datum und Uhrzeit

19. April 2026 11:00 Uhr

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Merkwürdig? Merk würdig! – Wenn Fotografie zum Innehalten verführt

Im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst, Standort Dieselkraftwerk Cottbus, entfaltet die Ausstellung 'Merkwürdig? Merk würdig!' ein intensives Kunsterlebnis: Fotografien, die irritieren, verblüffen und unser Sehen schärfen. In der ästhetischen Erfahrung zwischen Staunen und Zweifel eröffnet sich ein Dialog über Wahrnehmung, Wahrheit und Bildwirklichkeit.

Irritation als Erkenntnis: Sehen lernen im Spannungsfeld von Realität und Fiktion

Kuratorisch pointiert versammelt die Schau Positionen, die mit Blickregeln brechen: ungewohnte Perspektiven, extreme Nahsichten, Mehrfach- und Langzeitbelichtungen, chemische Eingriffe und digitale Verfremdungen. Die Werkbetrachtung wird zum Nachdenken über Täuschung und Wahrheit – ein selbstreflexiver Prozess, der die Ausstellungsatmosphäre prägt.

Kunsthistorischer Kontext: Die Fotografie-Sammlung des BLMK

Als eines der profiliertesten Häuser zur Kunst aus der DDR und ihren Traditionslinien zeigt das BLMK die Spannweite seiner Fotografie-Sammlung. Von Autorenfotografie über experimentelle Verfahren bis zur konzeptuellen Praxis belegt die Präsentation, wie Fotografie seit den 1970er Jahren Wahrnehmungscodes testet und gesellschaftliche Diskurse sichtbar macht.

Werkbetrachtungen: Von VALIE EXPORT bis Hans-Christian Schink

Konkrete Bildbegegnungen schärfen den Sinn: VALIE EXPORTs markante Körper-Bilder, Gerd Bonferts introspektive Silbergelatineabzüge, ORLANs hybride Selbstentwürfe, Klaus Elles getönte Erinnerungsbilder, Katja Eydels vielschichtige Tableaus sowie Hans-Christian Schinks präzise Lichtzeichnungen. Jede Position nutzt Materialität, Licht und Komposition, um Wahrnehmung produktiv zu verunsichern.

Architektur trifft Kuratierung: Das Industriedenkmal als Resonanzraum

Im ehemaligen Dieselkraftwerk (Baujahr 1927) gewinnen die Werke besondere Raumwirkung. Sichtziegel, hohe Hallen und geführtes Licht formen einen klaren Parcours, der die fotografischen Oberflächen akzentuiert. Die kuratorische Setzung nutzt Blickachsen und Rhythmisierung der Bildgruppen, sodass Form, Inhalt und Ort zu einer dichten ästhetischen Erfahrung verschmelzen.

Vermittlung und Bildung: Sehen üben, Fragen stellen

Das Museum setzt auf fundierte Kunstvermittlung: präzise Wandtexte, dialogische Formate und Führungen vertiefen Kunstrichtung, Epoche und Technik. Wer Fotografien nicht nur betrachten, sondern lesen will, findet hier ein exemplarisches Setting kultureller Bildung – von der ersten Bildfrage bis zur reflektierten Werkdeutung.

Praktisches für den Besuch

Öffnungszeiten im Dieselkraftwerk Cottbus: dienstags bis sonntags 11–19 Uhr. Eintritt: Einzelkarte 4 €; Kombikarte (alle Ausstellungen am Standort) 6 €; ermäßigt 3 €; freier Eintritt bis 18 Jahre. Barrierefreiheit: Alle Ausstellungsräume sind per Aufzug erreichbar.

Fazit: Diese Ausstellung verspricht eine intensive Werkbetrachtung zwischen Irritation und Erkenntnis. Wer Fotografie als Denk- und Erfahrungsraum erleben will, sollte diese sinnlich klare, kunsthistorisch fundierte Präsentation live besuchen – für ein Seherlebnis, das bleibt.

Offizielle Kanäle von Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK):

Quellen:

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