Denis Galloway – Gesichter einer Zeit im Wendischen Museum Cottbus


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Fotografische Zeitreise zu den Wenden im Spreewald
Im Wendischen Museum Cottbus öffnet sich am 22. September 2026 eine Ausstellung, die den Blick in eine vergangene Lebenswelt schärft und zugleich erstaunlich gegenwärtig wirkt. Denis Galloway – Woblica ze zajźonego casa / Gesichter einer Zeit zeigt erstmals eine Auswahl aus rund 200 Glas-Negativen des schottischen Ethnografen, Fotografen und Künstlers Denis Galloway. Die Aufnahmen führen in die Niederlausitz und nach Wittichenau zwischen 1908 und 1914 und machen Alltagskultur, Trachten, Arbeit und Lebensrituale mit großer Anschaulichkeit erfahrbar.
Ein Museum, das Kulturgeschichte lebendig macht
Das Wendische Museum, auch Serbski muzej, widmet sich der Kultur und Geschichte der Sorben/Wenden in der Niederlausitz. In diesem Kontext entfalten Galloways Fotografien eine besondere Kraft: Sie sind historische Dokumente und ästhetische Zeugnisse zugleich. Die Schwarz-Weiß-Bilder verdichten Feldarbeit, Markttreiben, Frauen- und Kinderporträts sowie Hochzeiten zu einer visuellen Erzählung über Identität, Wandel und kulturelle Kontinuität.
Glasnegative als Fenster in die Jahrhundertwende
Die gezeigten Motive besitzen musealen Rang, weil sie seltene Einblicke in Kleidung, Gesten und soziale Rollen liefern. Besonders eindrucksvoll sind die vielfältigen Trachtenvarianten, die in dieser Form heute kaum noch zu sehen sind. Wer die Ausstellung besucht, erlebt nicht nur Fotografiegeschichte, sondern auch einen präzisen Blick auf ethnografische Bildproduktion, Erinnerungskultur und die Dokumentation einer Region im Umbruch.
Zwischen Ethnografie und Kunst
Galloways Werk bewegt sich an der Schnittstelle von dokumentarischer Fotografie, Volkskunde und künstlerischer Beobachtung. Die Drucke aus den digitalisierten Glas-Negativen eröffnen eine Werkbetrachtung, die über reine Illustration hinausgeht: Licht, Kleidung, Räume und Landschaften treten in eine ruhige, beinahe kontemplative Bildordnung. Daraus entsteht eine Ausstellung, die kulturelle Bildung mit einer intensiven ästhetischen Erfahrung verbindet.
Besuch mit Substanz
Die Präsentation eignet sich für alle, die sich für Fotogeschichte, sorbische/wendische Kultur und regionale Erinnerung interessieren. Das Museum im Herzen der Cottbuser Altstadt bietet dafür den passenden Rahmen: konzentriert, informativ und nah an den Objekten. Wer historische Bilder nicht nur betrachten, sondern als kulturelle Quelle lesen möchte, findet hier ein lohnendes Kunsterlebnis.
Fazit: Diese Ausstellung zeigt, wie stark fotografische Zeugnisse unser Bild von Geschichte prägen können. Denis Galloways Aufnahmen verbinden Alltagsnähe, ethnografische Präzision und historische Tiefe zu einer eindrucksvollen Schau. Ein Besuch lohnt sich für alle, die Cottbus kulturell entdecken und die visuelle Geschichte der Lausitz live erleben möchten.
Offizielle Kanäle von Wendisches Museum Cottbus:
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- Website: https://wendisches-museum.de










