Aufnahmezustand im Dieselkraftwerk Cottbus: Moderne Kunst als lebendige Sammlung


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Aufnahmezustand in Cottbus: Eine Sammlung im lebendigen Wandel
Im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst im Dieselkraftwerk Cottbus öffnet die Ausstellung Aufnahmezustand. Sammlungszugänge aus den Jahren 2021-2025 den Blick auf eine Sammlung, die sich nicht als abgeschlossenes Archiv, sondern als vibrierender Gegenwartsraum zeigt. Werke aus bildender Kunst, Fotografie und Plakatkunst treten in eine dichte Konstellation und erzählen von Schenkungen, Ankäufen und kunsthistorischen Linien, die das Profil des Hauses seit Jahren prägen.
Ein Kunsterlebnis zwischen Sammlung und Gegenwart
Die Präsentation macht sichtbar, wie Kuratierung heute funktioniert: nicht als bloße Hängung, sondern als präzise Werkbetrachtung, die Beziehungen, Spannungen und ästhetische Resonanzen freilegt. Im Kontext des BLMK trifft die zeitgenössische Sicht auf die Kunst aus der DDR und den nachfolgenden Traditionslinien auf eine Sammlung, die laut Haus zu den umfangreichsten musealen Beständen dieser Art zählt. So entsteht eine Ausstellungsatmosphäre, in der Kunstgeschichte und Gegenwart miteinander verschränkt werden.
Malerei, Fotografie, Plakatkunst: ein facettenreicher Blick
Besonders reizvoll ist die Vielfalt der vertretenen Medien. Malerei, Grafik, Fotografie und Plakatkunst verdichten sich zu einem Panorama, das unterschiedliche Handschriften und Generationen miteinander ins Gespräch bringt. Genannt werden unter anderem Werke von Horst Bartnig, Ingrid Behla, Jan Brokof, Elżbieta Chojna, Lutz Fleischer, Kerstin Franke-Gneuß, Eva Mahn, Helga Paris, Núria Quevedo, Thomas Ranft, Christine Schlegel, Henrik Schrat und Claus Weidensdorfer. Diese Namen markieren kunsthistorische Kontinuitäten und zugleich die Offenheit einer Sammlung, die sich weiterentwickelt.
Das Dieselkraftwerk als Ort der ästhetischen Erfahrung
Der Ausstellungsort verleiht der Schau eine besondere Raumwirkung. Das ehemalige Kraftwerksgebäude im Goethepark verbindet industrielle Architektur mit klaren Museumsräumen. Licht, Material und die historisch aufgeladene Umgebung verstärken das Kunsterlebnis und lenken den Blick auf die Eigenlogik der Werke. Wer hier durch die Ausstellung geht, erlebt nicht nur Einzelarbeiten, sondern eine sorgfältig komponierte Erzählung über Sammeln, Sehen und Bewahren.
Vermittlung, Zugang und museumspädagogischer Mehrwert
Das BLMK versteht sich ausdrücklich als lebendiges Haus mit Veranstaltungen und museumspädagogischen Angeboten. Für Besucherinnen und Besucher ist das ein Gewinn: Die Ausstellung lässt sich nicht nur betrachten, sondern auch im Rahmen der kulturellen Bildung vertiefen. Das Haus ist dienstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr geöffnet; die Ausstellungsräume, der Veranstaltungssaal und das mukk. sind über Aufzüge barrierefrei erreichbar.
Fazit
Aufnahmezustand ist mehr als eine Sammlungsschau. Die Ausstellung macht sichtbar, wie Kunst in Bewegung bleibt, wie Sammlungen wachsen und wie Gegenwart und Kunstgeschichte sich gegenseitig neu befragen. Wer sich für moderne Kunst, museale Kuratierung und die Bildkultur der Region interessiert, sollte diese Ausstellung in Cottbus unbedingt live erleben.
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