Jedermann im Hof der Alvensleben-Kaserne: Musiktheater voller Glanz und Vergänglichkeit


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Jedermann im Hof der Alvensleben-Kaserne: Ein Sommerabend zwischen Glanz und Vergänglichkeit
Mit Jedermann – Ein Musical vom Sterbenlernen bringt das Staatstheater Cottbus einen der berühmtesten Theaterstoffe in eine zeitgenössische musikalische Form. Im Hof der Alvensleben-Kaserne entsteht daraus ein Open-Air-Bühnenerlebnis, das die große Frage nach Besitz, Liebe, Schuld und Endlichkeit mit Wucht und Sinnlichkeit auflädt.
Ein Klassiker, der nicht in der Vergangenheit bleibt
Hugo von Hofmannsthals Stoff wurde von Peter Lund neu gefasst und von Wolfgang Böhmer musikalisch zugespitzt. Die Fassung verlegt den Blick konsequent in die Gegenwart, ohne die Grundfrage des Originals zu verlieren: Was bleibt, wenn der Mensch auf sich selbst zurückgeworfen ist? Genau darin liegt die Spannung dieser Inszenierung. Der reiche Jedermann steht im Scheinwerferlicht des eigenen Lebens, umgeben von Wohlstand, Gewissheiten und flüchtigen Bindungen – bis der Tod anklopft.
Musiktheater mit Gegenwartsdruck
Die musikalische Sprache verbindet emotionale Direktheit mit theatraler Zuspitzung. Der Abend entfaltet nicht nur Dialoge, sondern auch Atmosphären: große Bilder, klare Kontraste, ein Wechsel aus Härte und Zärtlichkeit. Wenn Gott, Teufel und die Guten Werke als Allegorien auftreten, gewinnt der Abend eine archaische Größe, die im Freiluft-Rahmen des Kasernenhofs besonders intensiv wirkt. Das ist kein museales Denkmal, sondern lebendiges Musiktheater mit scharfem Blick auf menschliche Selbsttäuschung.
Open-Air-Atmosphäre mit Theaterlandschaft
Der Hof der Alvensleben-Kaserne verwandelt sich im Sommer immer wieder in eine überraschende Theaterlandschaft. Das offene Gelände, die historische Kulisse und die besondere Akustik schaffen jene Mischung aus Nähe und Weite, die ein Freilicht-Bühnenerlebnis so unverwechselbar macht. Die Vorstellungsdauer beträgt rund 2 Stunden und 10 Minuten inklusive Pause. Der Vorplatz öffnet eine Stunde vor Beginn, gastronomische Angebote begleiten den Abend, bei ungünstiger Witterung entscheidet das Theater vor Ort über den Spielbeginn.
Regie, Dramaturgie und Publikumswirkung
Hausregisseur Tomo Sugao setzt auf die Kraft des großen Theaters im Außenraum. Seine Regie trifft auf einen Stoff, der seit Jahrzehnten zu den meistgespielten und am stärksten diskutierten Bühnenwerken im deutschsprachigen Raum gehört. Gerade diese Mischung aus Tradition und Aktualisierung erzeugt eine besondere Publikumsreaktion: erwartungsvolle Stille, gespannte Aufmerksamkeit, dann die emotionale Wucht eines Abends, der Unterhaltung und existenzielle Verdichtung zugleich bietet.
Barrierefreiheit und Besucherservice
Der Spielort ist barrierefrei und für Rollstühle geeignet; zudem ist eine Hörschleife vorhanden. Für Rollstuhlplätze empfiehlt sich eine Voranmeldung über den Besucherservice. Auch bei Tickets, Anfahrt und Abendkasse zeigt sich das Staatstheater Cottbus gut organisiert: Der Einlass beginnt rechtzeitig, die Kasse öffnet ebenfalls eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.
Wer Theater mit großer Geste, musikalischer Spannung und existenzieller Tiefe liebt, sollte diesen Abend live erleben. Jedermann – Ein Musical vom Sterbenlernen verspricht einen Sommerabend, der berührt, nachhallt und das Publikum mit der zentralen Frage des Lebens entlässt: Was bleibt am Ende wirklich?
Offizielle Kanäle von Staatstheater Cottbus:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.staatstheater-cottbus.de/
Quellen:
- Staatstheater Cottbus - Jedermann – Ein Musical vom Sterbenlernen
- Staatstheater Cottbus - Hof der Alvensleben-Kaserne
- Staatstheater Cottbus - Spielstätten und Barrierefreiheit
- Staatstheater Cottbus - Tickets und Preise
- Musicalzentrale - Jedermann - Ein Musical vom Sterbenlernen
- Musicallexikon der Universität Freiburg - Jedermann









