Ungebremste Selbstbewegungen im Dieselkraftwerk Cottbus: Fotografie als Freiheitsraum


Datum und Uhrzeit
Veranstaltungsort
Tickets
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Fotografie als Freiheitsraum: Ungebremste Selbstbewegungen in Cottbus
Das Brandenburgische Landesmuseum für Moderne Kunst – Dieselkraftwerk Cottbus widmet sich mit der Ausstellung Ungebremste Selbstbewegungen. Kunst mit Fotografie in der DDR einer experimentellen Bildkultur der 1980er Jahre. Im Zentrum stehen Künstlerinnen und Künstler, die Fotografie nicht als neutrale Dokumentation, sondern als Material für Befreiung, Selbst-Erweiterung und künstlerische Grenzüberschreitung verstanden.
Eine andere Fotografie der DDR
In der eng reglementierten Gesellschaft der DDR entwickelte sich eine eigenständige Kunst mit Fotografie. Die gezeigten Positionen lösten sich vom journalistisch-dokumentarischen Bildverständnis und reflektierten die Bedingungen des Mediums selbst. Fotografie wurde zur Idee, zur Geste und zum offenen Denkraum.
Zwischen Aktion, Performance und Installation
Die Ausstellung macht sichtbar, wie fotografische Verfahren mit Aktionen, Performances, Interventionen, Body-Art und seriellen Bildfolgen verbunden wurden. Inszenierung, Montage, Verfremdung und bewusst anti-ästhetische Impulse erweitern den klassischen Bildraum. Körper, Raum, Licht und Materialität treten in eine spannungsreiche Beziehung.
Künstlerische Positionen jenseits offizieller Konventionen
Zu sehen sind unter anderem Arbeiten von Claus Bach, Tina Bara, Micha Brendel, Kurt Buchwald, Klaus Elle, Irene Fischer, Thomas Florschuetz, Else Gabriel, Klaus Hähner-Springmühl, Wolf Kahlen, Matthias Leupold, Olaf Martens, Cornelia Schleime, Erasmus Schröter und Gabriele Stötzer. Viele dieser Werke stehen im Zusammenhang mit subkulturellen Netzwerken, privat produzierten Fotomappen und halblegalen Zeitschriften.
Kuratorische Einordnung und kunsthistorische Bedeutung
Das Ausstellungskonzept wurde von Christoph Tannert als externem Kurator erarbeitet. Die Schau erschließt ein lange weniger beachtetes Kapitel der ostdeutschen Kunstgeschichte und ordnet die experimentelle Fotografie der späten DDR zwischen Konzeptkunst, Performance, Installation und fotografischer Avantgarde ein.
Kunsterlebnis im Dieselkraftwerk Cottbus
Die industrielle Architektur des Dieselkraftwerks verstärkt die konzentrierte Ausstellungsatmosphäre. Zwischen klaren Raumachsen, sichtbaren Materialien und präzisem Museumslicht entfalten serielle Bildfolgen und medienübergreifende Arbeiten ihre Wirkung. Die Werkbetrachtung wird zur ästhetischen Erfahrung über Freiheit, Wahrnehmung, Körper und künstlerische Autonomie.
Fazit: Ungebremste Selbstbewegungen eröffnet einen bildstarken Zugang zu einer widerständigen und bis heute aktuellen Kunstpraxis. Kunstinteressierte erleben Fotografie als bewegliches Medium zwischen Dokument, Handlung und Gegenwelt. Ein Besuch im Dieselkraftwerk Cottbus bereichert die kulturelle Bildung und macht die Geschichte der DDR-Kunst unmittelbar erfahrbar.
Offizielle Kanäle von Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.blmk.de










