Ungebremste Selbstbewegungen im Dieselkraftwerk Cottbus: DDR-Fotografie als Freiheitsraum

Event: Ungebremste Selbstbewegungen. Kunst mit Fotografie in der DDR in Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst - Dieselkraftwerk Cottbus, Uferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus on 27. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

27. Oktober 2026 11:00 Uhr

Veranstaltungsort

Cottbus
03 Cottbus, Deutschland

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Über diese Veranstaltung

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Stimmung

Entspannt

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Fotografie als Freiheitsraum: Ungebremste Selbstbewegungen im Dieselkraftwerk Cottbus

Die Ausstellung Ungebremste Selbstbewegungen. Kunst mit Fotografie in der DDR widmet sich einer experimentellen Bildkultur der 1980er Jahre. Im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst wird Fotografie nicht als neutrale Dokumentation verstanden, sondern als Material für Selbstbehauptung, Selbst-Erweiterung und künstlerische Grenzüberschreitung.

Eine andere Fotografie der DDR

In der eng reglementierten Gesellschaft der DDR entwickelten Künstlerinnen und Künstler eigenwillige Formen einer alternativen Fotografie und einer Fotografie von unten. Die präsentierten Positionen lösen sich vom journalistisch-dokumentarischen Bildverständnis und machen das Medium selbst zum Gegenstand der Werkbetrachtung. Inszenierung, Verfremdung, Montage und serielle Ordnungen eröffnen neue Bildwirklichkeiten.

Körper, Aktion und Bildraum

Die Ausstellung verbindet Fotografie mit Performance, Installation, Intervention, Body-Art und konzeptuellen Verfahren. Körper, Raum und Handlung treten in einen spannungsvollen Dialog. Fotografische Bildflächen werden zu performativen Handlungsräumen, in denen sich persönliche Freiheit, gesellschaftliche Enge und der Wunsch nach künstlerischer Autonomie unmittelbar begegnen.

Rund dreißig künstlerische Positionen

Zu sehen sind unter anderem Arbeiten von Claus Bach, Tina Bara, Micha Brendel, Kurt Buchwald, Thomas Florschuetz, Else Gabriel, Cornelia Schleime, Erasmus Schröter und Gabriele Stötzer. Die vielfältigen Werke zeigen eine Kunstrichtung, die sich über Idee, Prozess und Haltung definiert. Ihre Erscheinungsformen reichen von Aktionen und Performances bis zu Interventionen, seriellen Bildfolgen und bewusst antiästhetischen Entwurfsprozessen.

Kunsthistorische Einordnung und Kuratierung

Das Ausstellungskonzept wurde von Christoph Tannert als externem Kurator erarbeitet. Die Präsentation verbindet Bestände der fotografischen Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseums für Moderne Kunst mit Leihgaben. Die Sammlung gilt als einzige in der DDR begründete Museumskollektion für Fotografie und bewahrt neben der Autorenfotografie bedeutende experimentelle Positionen.

Das Dieselkraftwerk als Resonanzraum

Die industrielle Architektur des ehemaligen Dieselkraftwerks verstärkt die Ausstellungsatmosphäre. Sichtbare Materialien, klare Raumachsen und konzentriertes Museumslicht schaffen eine intensive Umgebung für die ästhetische Erfahrung. In der Werkbetrachtung begegnen sich fotografische Serien, medienübergreifende Installationen und performative Bildstrategien zwischen historischer Erinnerung und gegenwärtiger Aktualität.

Fazit: Ein intensives Kunsterlebnis in Cottbus

Besucherinnen und Besucher erwartet eine fachlich fundierte und sinnlich eindringliche Ausstellung über Fotografie, Erinnerung, Widerstand und künstlerische Selbstbestimmung. Wer sich für DDR-Kunst, experimentelle Fotografie, Performance, Installation und kulturelle Bildung interessiert, erlebt im Dieselkraftwerk eine außergewöhnliche Werkbetrachtung. Die Ausstellung verdient den Besuch vor Ort, weil sie Fotografie als offenen Raum der Freiheit und als lebendige ästhetische Erfahrung neu erfahrbar macht.

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Quellen:

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