Gemachte Männer im BLMK Cottbus: Kunst und Männlichkeitsbilder erleben


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Gemachte Männer im BLMK Cottbus: Wie Bilder Männlichkeit formen
Die Ausstellung Gemachte Männer. Körper, Gestus, Habitus maskuliner Bildwelten im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst im Dieselkraftwerk Cottbus eröffnet einen präzisen Blick auf die Inszenierung von Männlichkeit seit der Weimarer Zeit. Rund 90 Werke aus den Sammlungen des BLMK, darunter Malerei, Zeichnung, Grafik und Plakatkunst, zeichnen nach, wie Körperbilder, Gesten und soziale Rollen historisch geprägt, politisch aufgeladen und immer wieder neu verhandelt wurden.
Zwischen Arbeiterideal und Körperpolitik
Die Schau setzt bei jenen Bildwelten an, in denen der männliche Körper als Zeichen von Disziplin, Kraft und Zugehörigkeit erscheint. Von der Weimarer Republik über die DDR bis in die Gegenwart spannt sich ein kunsthistorischer Bogen, der die Idealisierung des Arbeiterkörpers ebenso sichtbar macht wie seine ideologische Instrumentalisierung. Gerade diese Verschiebungen verleihen der Ausstellung eine besondere analytische Schärfe.
Werke mit historischer Tiefenschärfe
Zu sehen sind Arbeiten von Ines Arnemann, Norbert Bisky, Andreas Dress, Albert Ebert, Günther Friedrich, Jakob Ganslmeier und Ana Zibelnik, Jost Giese, René Graetz, Erich Gerlach, Peter Graf, Otto Griebel, Erhard Großmann, Lea Grundig, Ulrich Hachulla, Bert Heller, Joseph W. Huber, Joachim Jansong, Klaus Killisch, Wilhelm Lachnit, Helge Leiberg, Harald Metzkes, Elke Riemer, Jürgen Schieferdecker, Harald K. Schulze, Volker Stelzmann und Max Uhlig. Die Auswahl zeigt, wie differenziert Malerei und Grafik auf Fragen von Habitus, Gestus und Macht reagieren.
Vom disziplinierten Arbeiter bis zur brüchigen Moderne
Besonders eindrücklich wird die Ausstellung dort, wo heroische Bildformeln aufbrechen. Die Körper erscheinen nicht nur als Träger von Stärke, sondern auch als Projektionsflächen für Krise, Anpassung und Selbstinszenierung. So entsteht eine Werkbetrachtung, die ästhetische Erfahrung mit kulturgeschichtlicher Reflexion verbindet und zugleich die Macht von Bildern im 20. und 21. Jahrhundert offenlegt.
Ausstellungsatmosphäre im Dieselkraftwerk
Das Dieselkraftwerk mit seiner industriellen Architektur gibt dieser Themenausstellung den passenden Resonanzraum. Das Gebäude an der Uferstraße wirkt klar, sachlich und zugleich offen für konzentrierte Kunstvermittlung. Wer hier durch die Ausstellungsräume geht, erlebt ein Kunsterlebnis zwischen historischer Materialität und gegenwärtiger Debatte.
Führung, Bildung und vertiefender Blick
Der BLMK-Kontext steht für kuratorische Präzision und starke kunstpädagogische Angebote. Zur Ausstellung gehört auch ein Führungsprogramm mit Christopher Straub, das den Blick auf Bildstrategien, Sammlungskontexte und historische Zusammenhänge vertieft. Für kunstinteressierte Besucherinnen und Besucher entsteht damit ein Ort, an dem sich Kunstgeschichte, gesellschaftlicher Diskurs und museumspädagogische Vermittlung produktiv begegnen.
Fazit: Gemachte Männer ist keine bloße Sammlungspräsentation, sondern eine aufschlussreiche Studie über die Formbarkeit von Männlichkeitsbildern. Wer Kunst als Spiegel gesellschaftlicher Ordnung lesen möchte, sollte diese Ausstellung im BLMK Cottbus unbedingt live erleben.
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