Gesichter einer Zeit im Wendischen Museum: Historische Fotografie der Lausitz erleben

Event: Denis Galloway – Woblica ze zajźonego casa / Gesichter einer Zeit in Wendisches Museum Cottbus / Serbski muzej, Mühlenstraße 12, 03046 Cottbus on 1. November 2026

Datum und Uhrzeit

1. November 2026 10:00 Uhr

Veranstaltungsort

Cottbus
03 Cottbus, Deutschland

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Über diese Veranstaltung

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Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Gesichter einer Zeit: Historische Fotografie im Wendischen Museum Cottbus

Das Wendische Museum Cottbus lädt zu einer eindringlichen fotografischen Reise in die Niederlausitz und den Spreewald ein. Die Ausstellung zeigt erstmals eine Auswahl aus rund 200 Glas-Negativen des schottischen Ethnografen, Fotografen und Künstlers Denis Galloway.

Ein fotografisches Fenster in die Lausitz

Zwischen 1908 und 1914 dokumentierte Denis Galloway das Leben in der Niederlausitz und in Wittichenau. Seine Aufnahmen führen in eine sorbisch-wendische Lebenswelt, die von Feldarbeit, Markttreiben, familiären Ritualen und gemeinschaftlichen Festen geprägt war. Frauen- und Kinderporträts, Hochzeiten sowie Alltagsszenen bewahren Gesichter, Gesten und soziale Beziehungen einer vergangenen Epoche.

Glas, Licht und die Materialität des Bildes

Die historischen Glas-Negative verleihen der Ausstellung eine besondere ästhetische Präsenz. Feine Graustufen, klare Konturen und sorgfältig komponierte Bildräume machen die Fotografien zu visuellen Quellen und eigenständigen Kunstwerken. In der Werkbetrachtung verbinden sich ethnografische Präzision, historische Dokumentation und eine stille ästhetische Erfahrung.

Trachten als visuelles Gedächtnis

Besonders eindrucksvoll erscheinen die vielfältigen wendischen Trachtenvarianten, die in dieser Authentizität heute nur noch selten sichtbar sind. Stoffe, Muster, Kopfbedeckungen und Körperhaltungen erzählen von regionaler Identität, sozialer Zugehörigkeit und gelebtem Brauchtum. Die Fotografien eröffnen dadurch einen sinnlichen Zugang zur Kulturgeschichte der Sorben und Wenden.

Fotografie zwischen Ethnografie und Kunst

Galloways Arbeit bewegt sich zwischen ethnografischer Forschung, visueller Kulturgeschichte und Fotokunst. Seine Kamera registriert nicht nur historische Informationen, sondern begegnet den dargestellten Menschen mit konzentrierter Aufmerksamkeit. Die Ausstellungskuratierung lenkt den Blick auf Mimik, Kleidung, Landschaft und soziale Räume und macht kulturelle Bildung unmittelbar erfahrbar.

Das Wendische Museum als Ort der Begegnung

Im Wendischen Museum tritt die historische Fotografie in einen Dialog mit der Geschichte, Sprache, Kunst und den Bräuchen der Sorben und Wenden in der Lausitz. Die Ausstellungsatmosphäre lädt zu einer entschleunigten Betrachtung ein. Jedes Bild öffnet einen Zugang zu Fragen nach Erinnerung, Identität, Heimat und dem Wandel ländlicher Lebenswelten.

Fazit: Eine ästhetische Erfahrung mit historischem Bewusstsein

Besucherinnen und Besucher erwartet ein konzentriertes Kunsterlebnis zwischen historischer Fotografie, Ethnografie und regionaler Erinnerungskultur. Denis Galloways Porträts und Alltagsszenen machen eine vergangene Welt in Gesichtern, Gesten und Materialien gegenwärtig. Wer die sorbisch-wendische Geschichte der Lausitz visuell erleben und kulturelle Bildung mit einer intensiven Werkbetrachtung verbinden möchte, sollte diese Ausstellung im Wendischen Museum Cottbus unbedingt live besuchen.

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Quellen:

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